Jan

Mitarbeiter des Landratamtes Regen mit Landrat Michael Adam, Foto: Landratsamt Regen/Langer

Landkreisgemeinden haben weniger Schulden

 

Anerkennende Worte fand Landrat Michael Adam für die beiden Prüfer Roland Wölfl (li.) und Michael Reiter (re.). Foto: Langer/Landkreis Regen
Erfreuliche Tendenz – 2016 wurden fast elf Millionen Euro Schulden abgebaut

Regen. Gute Nachrichten überbrachten die beiden staatlichen Rechnungsprüfer Roland Wölfl und Michael Reiter an Landrat Michael Adam. Die beiden zogen eine Schuldenbilanz der Landkreisgemeinden und konnten dabei feststellen, dass der Schuldenstand der Kommunen weiter gesunken ist. „Die Gesamtverschuldung der Städte und Gemeinden im Landkreis ist mit einem Rückgang von 10,959 Millionen Euro beziehungsweise rund 8,7 Prozent deutlich höher geschrumpft als in den Vorjahren“, sagt Wölfl. Demnach lag die Gesamtverschuldung aller Kommunen im Landkreis Regen am Jahresende 2016 bei zirka 115,5 Millionen Euro.

Landrat Michael Adam lobte den Einsatz der Rechnungsprüfer. „Ihre Arbeit ist für die Gemeinden sicherlich nicht immer ein Quell der Freude“, sagt Adam stellt aber fest, „dass die Prüfer mit ihrem Einsatz und ihrer qualitativ hochwertigen Arbeit den Kommunen wertvolle Dienste erweisen.“ Wölfl und Reiter würden durch die Prüfung Mehrausgaben verhindern und durch die Vorgaben auch dafür sorgen, dass das Geld sinnvoll ausgegeben wird. „Dabei müssen sie auch auf das Gleichgewicht von Ausgaben und Einnahmen achten, dazu gehöre auch, dass man den Städten und Gemeinden zeigt, wo sie selbst Einnahmen erwirtschaften können“, so Adam weiter. Erst durch diese Leistungen sei es vielen Kommunen erst möglich staatliche Hilfen, wie etwa die Stabilisierungshilfen, zu erlangen. „Die Haushaltskonsolidierung steht vielerorts im Vordergrund“, betont der Landrat und auch die beiden Rechnungsprüfer stimmen ihm hier zu.

„Die Gründe für den Schuldenrückgang sind in erster Line auf die gute Wirtschaftslage und auch auf die erfolgten Haushaltskonsolidierungen zurückzuführen. Ein weiterer wichtiger Faktor war auch der Erhalt von Stabilisierungshilfen, die größtenteils in die Schuldentilgung flossen“, berichtet Wölfl aus der täglichen Arbeit. Und Reiter stellt fest, dass „dies nun das sechste Jahr in Folge ist, in dem die Gesamtverschuldung abgebaut werden kann. Nach den Aufzeichnungen des Landratsamtes war der höchste Schuldenstand im Jahr 2010 mit rund 146,6 Millionen zu verzeichnen. Der Schuldenstand von 2016 entspricht einem Rückgang von zirka 21 Prozent gegenüber dem Höchststand aus dem Jahr 2010.“

Bei aller Freude über den Rückgang müssen die Prüfer aber auch feststellen, dass keine Kommune schuldenfrei ist. „Aus derzeitiger Sicht ist einzig und allein die Gemeinde Patersdorf auf dem besten Wege in Kürze dieses Ziel zu erreichen“, meint Wölfl. Ansonsten sei nach wie vor die Verschuldung deutlich zu hoch, wenn man den Vergleich mit dem Landesdurchschnitt heranzieht. Demnach beträgt der Landkreisdurchschnitt rund 1504 Euro je Einwohner, der aktuelle Landesdurchschnitt liegt hingegen bei lediglich nur 812 Euro je Einwohner. „Legt man die aktuelle Tilgungsquote von zirka 7,4 Prozent zu Grunde, würde man, wenn keinerlei neue Kredite hinzukommen,  rund 14 Jahre benötigen, um den bestehenden Schuldenberg abzubauen“, sagt Reiter.

Aus der aktuellen Statistik ergeben sich für die Prüfer derzeit zwei positive Beispiele. Beim Blick auf die Städte zeigt die Stadt Zwiesel die beste Entwicklung. Stand die Stadt hier im Jahr 2009 noch mit über 19,1 Millionen Euro „in der Kreide“, so konnte die Verschuldung zum Jahresende 2016 auf 9,9 Millionen Euro gesenkt werden. Ein weiteres positives Beispiel ist der Markt Bodenmais: Hier fiel die Verschuldung im Jahr 2016 wieder unter die „Zehn-Millionen-Marke“ (9,104 Millionen Euro). Der Höchststand datierte hier im Jahr 2009 bei 16,9 Millionen Euro.

Ein Ausblick für die Zukunft sei schwierig zu treffen, da dies immer von der wirtschaftlichen Entwicklung beziehungsweise der Investitionstätigkeit abhänge. „In der Summe betrachtet gehen wir aber in den nächsten Jahren von einem weiteren Rückgang der Gesamtverschuldung aus. Allerdings dürfte ein derartig hoher Rückgang wie im Jahr 2016 nur schwer zu übertreffen sein“, sagte Wölfl abschließend.

Landrat Adam bedankte sich bei den Prüfern für ihren Einsatz. „Ihre Leistungen werden oft übersehen“, stellte er fest und betonte, dass viele staatliche Förderungen ohne die Rechnungsprüfer nicht fließen würden. „Sie prüfen die Kommunen nicht nur, sie unterstützen sie auch aktiv“, meint Adam. So seien die Regener Prüfer wohl die einzigen in Bayern, die beim Ausfüllen der Formulare zur Stabilisierungshilfe mithelfen. Dies sei aber eine Arbeit, die sich am Ende für alle auszahlt, ist sich Adam sicher. Deswegen ermunterte er Wölfl und Reiter weiterhin so engagiert und gewissenhaft zu arbeiten.