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Mitarbeiter des Landratamtes Regen mit Landrat Michael Adam, Foto: Landratsamt Regen/Langer

Landrat Michael Adam begrüßt die Bildungskoordinatorin – Netzwerkarbeit koordinieren

 

Landrat Michael Adam begrüßte die neue Bildungskoordinatorin im Landratsamt. Foto: Langer/Landkreis Regen
Kristina Beckermann ist im Landratsamt angekommen

Regen. Der Landkreis Regen hat eine neue Mitarbeiterin. Landrat Michael Adam konnte kürzlich die neue Bildungskoordinatorin für Neuzugewanderte im Amt begrüßen. "Es ist gut, dass der Bund den Landkreisen durch eine hundertprozentige Förderung die Möglichkeit gibt die Bildungsstrukturen auf den Prüfstand zu stellen und die Akteure besser zu vernetzen", sagte Adam. Beckermann könne gerade mit Blick auf die Zahl der Flüchtlinge und Migranten wertvolle Arbeit leisten, ist sich Adam sicher.

Beckermann soll künftig übergreifend und datenbasiert Akteure und Bildungsangebote im Landkreis Regen koordinieren. Dabei ist sie vor allem in den ersten Tagen dabei selbst die Strukturen im Landkreis Regen kennenzulernen. Beckermann selbst ist für die Stelle in den Landkreis Regen neuzugewandert. Ihr Weg führte sie aus Niedersachsen zurück nach Bayern. „Als gebürtige Ingolstädterin ist mir der Freistaat nicht fremd, auch wenn ich im hohen Norden aufgewachsen bin“, sagt sie. Im Beruf muss sie sich zunächst dem Begriff „Neuzugewandert“ annähern, denn eine „einheitliche Definition gibt es dafür nicht.“ Klar definiert ist aber, wer als Person mit Migrationshintergrund gilt: „Das sind alle Menschen, die nach 1949 nach Deutschland zugewandert sind und auch ihre Nachkommen zählen zu dieser Gruppe“, weiß Beckermann. In den ersten Tagen hat sie sich schon einmal mit der Statistik auseinandergesetzt und erste Daten erhoben. Demnach leben derzeit 4176 Ausländer im Landkreis Regen. „Davon kommen 2374 aus der EU oder den sogenannten europäischen Drittstaaten, wie zum Beispiel der Türkei.“ Die meisten Flüchtlinge kommen mit über 900 aus Syrien. Eine Vielzahl der Ausländer ist über 35 Jahre alt, nur 530 sind unter 16 Jahre alt. Dies muss Beckermann in der künftigen Arbeit berücksichtigen, denn somit ist klar, dass bei den meisten Migranten, die klassischen Bildungsangebote, wie Schule und Berufsschule, nicht greifen.

Die Bildungskoordinatorin hat bereits das gesamte Bildungsspektrum im Blick, so auch die frühkindliche Förderung. Derzeit sind hier 2117 Kinder in den Einrichtungen im Landkreis registriert, rund zehn Prozent davon haben einen Migrationshintergrund. Auch die Schülerzahlen hat sie bereits betrachtet. Von 2331 Grundschülern haben lediglich 62 einen Migrationshintergrund, bei 1432 Mittelschülern sind es 60, von 1558 Realschülern haben nur rund 25 einen Migrationshintergrund, bei den 1402 Gymnasiasten sind es immerhin 45. Die Förderschulen besuchen derzeit 241 Schüler, davon haben zirka 20 einen Migrationshintergrund. Noch nicht gänzlich erfasst sind die Berufsschulen und die berufsbildenden Schulen.

Auch die Ziele für ihre Arbeit kann sie bereits benennen. Ein Ziel sei es „Transparenz auf allen Ebenen schaffen, vorhandene Strukturen aufgreifen, ausbauen und verfestigen.“ Daneben sieht die Bildungskoordinatorin auch die Netzwerkarbeit als wichtigen Faktor. Sie will bestehende Netzwerke ausbauen und „so Angebote besser verzahnen.“ Idealerweise sollte am Ende der Arbeit ein gelingendes Integrationskonzept vorhanden sein. „Ich will nachhaltige Strukturen und Angebote für eine gelingende Integration schaffen“, sagt sie und dabei möchte sie auch „das Potenzial der ehrenamtlichen Kräfte würdigen und nutzen.“ Wobei sie nicht die erste Ansprechpartnerin der ehrenamtlichen Helfer in der Flüchtlingsarbeit sein kann. „Das sieht das Förderkonzept nicht vor“ und somit dürfe sie hier nur koordinierend und planerisch tätig sein.

Sie plant zudem die Schaffung einer Steuergruppe in der Leitziele erarbeitet und der Handlungsbedarf ermittelt werden soll. Ferner möchte sie eine Bildungskonferenz abhalten. Letztendlich gebe es ein großes Ziel: Durch ihre Arbeit soll am Ende erreicht werden, dass mehr ausländische Mitbürger zu einem erfolgreichen formalen Bildungsabschluss geführt werden. Dies würde den Betroffenen am Ende auch den erfolgreichen Zugang zum Arbeitsmarkt eröffnen, so die gemeinsame Hoffnung der Bildungskoordinatorin und des Landrats.

Meldung vom 09.03.2017