Mit der richtigen Schneid wird´s a gute Mahd

Über den nötigen Corona-Sicherheitsabstand muss man sich beim Sensen in der Regel keine Gedanken machen, den halten die anderen gern freiwillig ein. Foto: Langer/Landkreis Regen

Im Kreislehrgarten Patersdorf lehrte Sepp Kraus wie man dengelt und mäht

Über den nötigen Corona-Sicherheitsabstand muss man sich beim Sensen in der Regel keine Gedanken machen, den halten die anderen gern freiwillig ein. Foto: Langer/Landkreis Regen

Patersdorf. „Zuerst machen wir uns a Schneid, dann gibt´s nachher a gscheide Mahd“, sagt Kursleiter Sepp Kraus eingangs zu den Teilnehmern des Dengel- und Sensenkurses des Kreisverbandes der Gartenbauvereine. Er vermittelt den Kursteilnehmern dabei nicht nur das technische Wissen, er leitet sie auch bei den praktischen Übungen an. „Dengeln und Sensen lernt man nur mit Übung“, betont Kraus und ermuntert die Frauen und Männer, dass sie auch nach dem Kurs dranbleiben und weiter mit und an der Sense arbeiten.

Kraus erklärte den Teilnehmern gleich anfangs, wie eine gute Sense beschaffen ist. „Ich bin ein leidenschaftlicher Anhänger der hölzernen Sense“, meint er und schildert auch warum: „Die lässt sich meist einfacher und präziser einstellen, als eine eiserne.“ Von Klappsensen rät er völlig ab. Im praktischen Teil zeigt er in seinen Kursen auch, wie er das meint. Er selbst hat einige Sensen im Gepäck, so dass die Teilnehmer auch testen können, „welche ihnen besser in der Hand liegt. Nicht jede Sense liegt jedem gleich“, so der Experte weiter. Los ging es natürlich nicht mit dem Mähen, los ging es mit dem Dengeln und Wetzen. Ganz nebenbei vermittelt er auch noch altes Wissen, so erfuhren die Teilnehmer, dass früher ein Knecht in drei Stunden 500 bis 600 Quadratmeter mit der Sense mähen konnte, danach musste das Gerät wieder flottgemacht werden.

Kursleiter Sepp Kraus machte vor, wie man richtig mit der Sense arbeitet. Foto: Langer/Landkreis Regen

Kursleiter Sepp Kraus machte vor, wie man richtig mit der Sense arbeitet. Foto: Langer/Landkreis Regen

Beim Dengeln wird das Metall ausgetrieben, so dass es an der Schneide dünner und schärfer wird. „Das Dengeln ist eine Kaltverformung“, sagt Kraus und bei den praktischen Übungen konnten die Teilnehmer selbst sehen, wie das Eisen ausgetrieben wird. „Wir arbeiten mit dem Dengelhammer, Gefühl und ganz viel Übung“, betont der Experte, erst nach dem Dengeln wird mit dem Wetzstein   der Feinschliff gemacht.

Kursleiter Sepp Kraus legte auch selbst Hand an und half den Teilnehmern (Bildmitte) beim Dengeln. Die Teilnehmerinnen Nadine Sommersperger (li.) und Dr. Alexandra Türk-Espitalier arbeiteten indes an ihren Sensen. Foto: Langer/Landkreis Regen

Kursleiter Sepp Kraus legte auch selbst Hand an und half den Teilnehmern (Bildmitte) beim Dengeln. Die Teilnehmerinnen Nadine Sommersperger (li.) und Dr. Alexandra Türk-Espitalier arbeiteten indes an ihren Sensen. Foto: Langer/Landkreis Regen

Im Kreislehrgarten hatten die Teilnehmer dann noch genügend Zeit und vor allem eine ausreichend große Fläche um den Umgang mit der Sense einzuüben. „Die wird am Boden entlanggeführt, so dass der Bart am Boden ist“, erklärt Kraus. Während einige Kursteilnehmer entweder zu hoch sensen oder in den Boden stechen, ist er die Ruhe selbst. Beim Sensen und beim Dengeln hilft halt nur die Übung, deswegen machte er den Frauen und Männern am Ende Mut: „Bleibt´s dran, macht regelmäßig was, dann wird das schon.“

Meldung vom: 01.07.2020