Ehrung für das kommunale Engagement

Kommunale Dankurkunden und Landkreismedaille in Silber wurden verliehen

Unser Bild zeigt die Empfänger der Kommunalen Dankurkunden und der silbernen Landkreismedaille mit Landrat Dr. Ronny Raith sowie den Abgeordneten Dr. Stefan Ebner und Johann Müller. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Zwiesel. Landrat Dr. Ronny Raith ist seit fast drei Jahren im Amt, doch erlebt er noch Premieren. „Zum ersten Mal überreiche ich kommunale Dankurkunden“, sagte er zu Beginn der Feierstunde im Waldmuseum Zwiesel. Eingeladen waren Kommunalpolitiker, die mindestens 18 Jahre im Gemeinde- oder Kreistag tätig waren. Nicht nur, weil er erstmals die Urkunden überreichte, sondern vor allem, weil es ein besonderer Anlass ist, „verdiente Kommunalpolitiker zu ehren“, freute sich Raith die Ehrungen vorzunehmen.

Ortsbürgermeister Karl-Heinz Eppinger begrüßte die Gäste und erinnerte an die Geschichte des Gebäudes. „Wir sind hier in der ehemaligen Mädchenschule“, sagte er. Anlässlich der Landesausstellung Bayern-Böhmen vor 19 Jahren bauten die Verantwortlichen das Gebäude zu einem Museum mit Tagungsräumen um. Seit 2014 ist dort das Waldmuseum untergebracht. Eppinger begrüßte die Entscheidung von Landrat Raith, die kommunalen Dankurkunden an diesem Ort zu überreichen.

Respekt und Anerkennung
Vor den Urkundenüberreichungen sprach Landrat Raith über den Wert kommunalpolitischer Arbeit. „Lokalpolitische Entscheidungen wirken sich direkt auf Bürger und Region aus“, sagte Raith. Wer lokal Verantwortung übernimmt, muss sich direkter Kritik stellen. „Oft müssen Lokalpolitiker ausbaden, was Land oder Bund beschließen“, fügte der Landrat hinzu. Deshalb brauchen gerade verwurzelte Politiker besondere Kritikfähigkeit. „Am Ende geht es um Entwicklung“, betonte Raith, und Lokalpolitiker tragen vor Ort die Verantwortung dafür. „Allein dafür verdient ihr Respekt und Anerkennung.“

Nicht jeder ist bereit, ein Mandat zu übernehmen. Doch für die Demokratie ist es wichtig, dass genügend Menschen sich engagieren und dem Wettbewerb der Ideen stellen. Raith dankte den Anwesenden für ihren Einsatz. „Die kommunale Dankurkunde ist ein sichtbares Zeichen des Dankes für die Kraft und Energie, die ihr in eure Aufgabe gesteckt habt“, betonte Raith.

Vor der Übergabe der Urkunden ging Raith auch auf die Voraussetzungen ein. Die Empfänger müssen sich 18 Jahre lang im Gemeinde- oder Stadtrat und/oder im Kreistag eingesetzt haben. Viele von euch haben sich sowohl als auch im Gemeinderat und Kreistag eingesetzt. „Einige sind bei der letzten Wahlperiode aus dem Amt ausgeschieden“, stellte der Landrat fest. Unter den anwesenden Geehrten waren mit Gaby Wittenzellner und Herbert Preuß auch zwei aktive Bürgermeister als zu Ehrende vor Ort. Bei allen Geehrten waren die Ortsbürgermeister oder ihr Stellvertreter anwesend, lediglich Viechtach fehlte. Dort fand zeitgleich eine Stadtratssitzung statt.

Landkreismedaille in Silber
Landrat Dr. Ronny Raith überreichte die kommunalen Dankurkunden nach kurzen Laudationes. Lena Kölbl aus dem Büro Landrat unterstützte ihn dabei. Anschließend ehrte Dr. Raith die ehemaligen Landratsstellvertreter Erich Muhr und Werner Rankl mit der Landkreismedaille in Silber und lobte ihren Einsatz.
Bei Erich Muhr hob er nicht nur seine Zeit als Lokalpolitiker, Stadt- und Kreisrat, stellvertretender Bürgermeister von Viechtach und erster weiterer Landratsstellvertreter hervor, sondern auch sein Engagement im Feuerverband. Muhr war ein „Pionier der Jugendarbeit in der Feuerwehr“ und der erste Jugendwart der Feuerwehren im Landkreis Regen. Er engagierte sich zudem im Landesfeuerwehrverband.
Werner Rankl war Stadtrat in Regen, 24 Jahre Kreisrat und Fraktionssprecher. Für Raith verkörperte Rankl das „personifizierte Glück“, da er als Schornsteinfeger, also Glücksbringer, arbeitete. Rankl engagierte sich als Innungsmeister und organisierte das traditionelle Neujahrsgrußbild der Landkreiskaminkehrer mit dem Landrat. Seine Loyalität und Zuverlässigkeit zeichneten ihn aus.

Beide Geehrten dankten für die Auszeichnung. Muhr betonte, dass ihm der Einsatz stets Freude bereitete, auch wenn er kommunalpolitisch schwere Zeiten erlebte: „Am Ende bleibt das Schöne hängen.“ Rankl erklärte, dass er sein Engagement nie als Pflicht empfand und ermutigte junge Menschen, sich in der Politik zu engagieren.

Empfänger der kommunalen Dankurkunden

Achslach
Gaby Wittenzellner

Bischofsmais
Michaela Loibl, Aloisia Pledl, Franz Wartner und Alois Wenig

Frauenau
Bernhard Hackl, Heidemarie Lemberger, Max Stadler, Günther Wudi

Kirchberg im Wald
Englbert Zaglauer

Kirchdorf im Wald
Helmut Ertl, Johann Gigl, Reinhard Lagerbauer, Josef Süß

Kollnburgc
Herbert Preuß

Langdorf
Michael Schweikl

Lindberg
Eugen Stadler, Josef Uhrmann, Franz Winter, Johann Müller

Regen
Markus Binder, Andreas Kroner, Josef Rager

Rinchnach
Johann Grimm, Georg Kreuzer, Monika Kreuzer, Markus Kurz

Viechtach
Birgit Nistler

Zwiesel
Hans-Peter Marx, Elisabeth Pfeffer

Hintergrund: Kommunale Dankurkunde
Die Kommunale Dankurkunde ist eine staatliche Auszeichnung des Freistaats Bayern. Sie wird vom Bayerischen Staatsminister des Innern, für Sport und Integration für langjähriges und verdienstvolles Wirken in der kommunalen Selbstverwaltung verliehen. Die Empfänger müssen sich mindestens 18 Jahre in einem kommunalen Parlament oder einem anderen kommunalen Ehrenamt (zum Beispiel als Mandatsträger) tätig gewesen sein. Gemeinden und Landkreise können auszeichnungswürdige Personen vorschlagen. Eigenbewerbungen sind nicht möglich. Die vorgeschlagenen Personen müssen sich durch ihr Verhalten und ihre Einstellung als würdig erwiesen haben.

Meldung vom: 04.11.2026