Artgerechte Alpakahaltung, hochwertige Wollprodukte und besondere Erlebnisse

Landrat Dr. Ronny Raith, Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger und Bürgermeister Fritz Schreder besuchten die Arberland-Alpakas in Oberfrauenau. Elke Haase-Sporrer, Christian Haase und Stefanie Haase gaben Einblicke in die Tierhaltung, die Verarbeitung der Alpaka-Wolle und die verschiedenen Angebote des Familienbetriebs. Foto: Ramona Simeth / Landkreis Regen
Oberfrauenau/Frauenau. Ein ruhiges Wesen, neugierige Blicke und große Kulleraugen: Alpakas ziehen schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Davon konnten sich Landrat Dr. Ronny Raith, Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger und Frauenaus Bürgermeister Fritz Schreder bei ihrem Besuch bei den Arberland-Alpakas in Oberfrauenau selbst überzeugen. Elke Haase-Sporrer, ihr Ehemann Christian Haase und Tochter Stefanie empfingen die Gäste und gaben Einblicke in die Entwicklung ihres Familienbetriebs, die Haltung der Tiere und die Verarbeitung ihrer Wolle zu hochwertigen Produkten.
Alpakas stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden, wo sie seit Jahrhunderten wegen ihrer feinen Wolle gehalten werden. Die Begeisterung für die Tiere begann bei Elke Haase-Sporrer und ihrer Familie 2015 während eines Urlaubs in Garmisch. Um sich das notwendige Wissen über Haltung und Pflege anzueignen, besuchten sie und ihre Tochter Kurse bei einer Tierärztin und einer erfahrenen Alpakazüchterin. Was zunächst als Hobby mit wenigen Tieren begann, entwickelte sich nach und nach zu einem Familienbetrieb. Heute gehören 21 Alpakas zur Herde, darunter auch ein Jungtier, das 2026 geboren wurde. Die Tiere werden einmal jährlich geschoren. Ihre Wolle bietet eine bemerkenswerte Farbvielfalt mit insgesamt 22 unterschiedlichen Farbtönen.
Landrat Raith zeigte sich interessiert daran, wie sich aus der anfänglichen Begeisterung ein vielseitiger Betrieb entwickelt hat. „Es ist schön zu sehen, wie aus einer persönlichen Leidenschaft mit viel Engagement und dem nötigen Fachwissen etwas Eigenständiges entstehen kann“, betonte er. Auch Bürgermeister Fritz Schreder erkundigte sich nach der Entwicklung der Herde und den täglichen Aufgaben rund um die Tiere.
Ein wichtiger Bestandteil des Betriebs ist die Verarbeitung und Vermarktung der Alpaka-Wolle. Nach der jährlichen Schur wird das Vlies nach Qualität sortiert und auf unterschiedlichen Wegen weiterverarbeitet. Im Erzgebirge entstehen daraus beispielsweise Bettdecken und Kissen. Für Kleidung und Accessoires arbeitet die Familie mit dem peruanischen Hersteller Apu Kuntur zusammen. Das Unternehmen produziert in Cusco hochwertige Textilien aus Naturfasern wie Alpaka und Pima-Baumwolle.
Im Hofladen und Onlineshop reicht das Angebot von Strickwolle, Socken, Mützen, Schals bis hin zu Decken, Kissen und Seifen. Eine rote Kennzeichnung weist auf Produkte aus 100 Prozent Alpakawolle hin. Auch auf regionalen Märkten ist die Familie vertreten. Ein besonderer Höhepunkt ist der eigene kleine Weihnachtsmarkt zwischen den Alpakas, bei dem Feuerstellen und der Blick auf die beleuchtete Allee für eine besondere Atmosphäre sorgen.
Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger interessierte sich insbesondere für die unterschiedlichen Geschäftsfelder und die Zusammenarbeit mit den Herstellern. „Hier greifen Tierhaltung, die Verarbeitung hochwertiger Naturfasern und der direkte Kontakt zu den Kundinnen und Kunden ineinander. Das zeigt, wie sich eine besondere Idee mit viel Eigeninitiative weiterentwickeln lässt“, sagte sie.
Neben den Wollprodukten bietet der Familienbetrieb verschiedene Erlebnisse rund um die Tiere an. Dazu gehören geführte Alpakawanderungen, Kindergeburtstage, Gruppenangebote und Veranstaltungen für Unternehmen nach Vereinbarung. Die Wanderungen dauern je nach Tour ein bis zwei Stunden und führen häufig zu einer Kapelle oberhalb des Geheges. Unterwegs vermittelt Elke Haase-Sporrer Wissenswertes über die Geschichte und Kultur der Umgebung. Die Angebote richten sich sowohl an Einheimische als auch an Urlaubsgäste und bereichern damit das Freizeitangebot in der Region.
Während des Besuchs im Gehege gab es auch für die Gäste viele Gelegenheiten, die Tiere aus nächster Nähe zu beobachten und mehr über ihre Haltung und ihren Charakter zu erfahren. Am Futterstall versammelte sich schließlich die gesamte Herde. Besonders zutraulich zeigte sich Alpaka-Dame Tina: Sie kam dem Landrat ganz nahe und begrüßte ihn kurzerhand mit einem „Schmatzer“. Die Begegnung sorgte für einen heiteren Abschluss des Besuchs. So freundlich und neugierig Alpakas auch wirken, sind sie keine Kuscheltiere. Sie haben ihren eigenen Charakter und brauchen einen ruhigen, respektvollen Umgang sowie ausreichend Freiraum.
Landrat Raith würdigte das Engagement der Familie und den sorgfältigen Umgang mit den Tieren. Der Besuch zeigte, wie sich Tierhaltung, die Herstellung und der Verkauf hochwertiger Produkte sowie besondere Erlebnisse auf einem Familienbetrieb miteinander verbinden lassen.
- Arberland Alpakas in Oberfrauenau



