Laufsteg statt Kleidercontainer

Beim Klimaherbst in Bodenmais wurden Fundstücke aus zweiter Hand zu Hinguckern

Gut erhaltene Stücke auf dem Laufsteg: Beim Klimaherbst Niederbayern präsentierten zwölf Models auf dem Bodenmaiser Marktplatz Secondhand-Outfits aus dem „Gwand am Blotz“. Foto: Christine Arnold-Knoblich / Verein für Nachhaltigkeit und Fair-Trade in Bodenmais e. V.

Bodenmais. Tracht, Sportdress oder festliche Garderobe: Für einen gelungenen Auftritt muss nicht alles brandneu sein. Das bewiesen zwölf kleine und große Models auf dem Bodenmaiser Marktplatz. Beim Klimaherbst Niederbayern präsentierten sie bei mehreren Durchläufen gut erhaltene Stücke aus zweiter Hand. Organisiert wurde die Modenschau vom Verein für Nachhaltigkeit und Fair-Trade in Bodenmais gemeinsam mit der Fairtrade-Steuerungsgruppe des Landkreises Regen.

Die Outfits stammten aus dem ehrenamtlich betriebenen Secondhandladen „Gwand am Blotz“. Für die Schau wurden sie neu kombiniert und bekamen eine Bühne, die sonst eher aktuellen Kollektionen vorbehalten ist. Wie viel modisches Potenzial in den gespendeten Stücken steckt, überraschte selbst die ehrenamtliche Helferin, die die Outfits zusammengestellt hatte: „Da waren so viele zeitlose und hochwertige Kleidungsstücke dabei, die sonst womöglich in der Versenkung verschwunden wären.“

„Das ist Nachhaltigkeit, und zugleich tut man sich selbst und anderen etwas Gutes“, sagt Erika Vogl, Vorsitzende des Vereins für Nachhaltigkeit und Fair-Trade in Bodenmais. Die Umweltbilanz eines Kleidungsstücks beginnt schließlich lange vor dem ersten Tragen. Für Baumwolle werden Wasser und Anbauflächen benötigt, synthetische Fasern basieren häufig auf Erdöl. Hinzu kommen Energieverbrauch, chemische Verarbeitung und Transport. Wer gut erhaltene Stücke länger trägt, repariert oder weitergibt und dadurch weniger Neues kauft, kann zusätzliche Umweltbelastungen vermeiden.

In Bodenmais kommt noch ein sozialer Aspekt hinzu. Das Geschäft am Marktplatz funktioniert auf Spendenbasis und wird ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. Die Erlöse kommen über die Caritas-Sozialstation St. Elisabeth der Versorgung und Beratung älterer und kranker Menschen sowie ihrer Angehörigen zugute. So kann aus einem ausrangierten Kleidungsstück am Ende sogar konkrete Unterstützung für andere werden.

Meldung vom: 14.10.2026