Zwei Kitas schließen die Kampagne „Startchance kita.digital + Sprache“ erfolgreich ab

Bei der Abschlussveranstaltung überreichten Iris Frehse-Oisch, Digital. Coach (links) und Nicole Ernst (4. v. l.), Fachberatung Jugendamt, die Urkunden an Andrea Mader (rechts) vom Waldkindergarten Woidkitz Bischofsmais sowie an Ina Krause, Kristina Bayerl-Artmann (2. und 3. v. l.), Rosi Weinbacher und Lorena Benesch (4. u. 3 v. r.). vom Kindergarten Regenbogen in Gotteszell. Die Elternvertreterin der Woidkitz Yvonne Rohrmayr (2. v.r) schloss sich den Glückwünschen an. Foto: Bianca Lettner
Regen. Digitale Medien sinnvoll einsetzen und gleichzeitig die Sprachentwicklung von Kindern stärken – dieses Ziel verfolgt die bayernweite Kampagne „Startchance kita.digital + Sprache“ des Staatsinstituts für Frühpädagogik und Medienkompetenz (IFP). Zwei Kindertageseinrichtungen aus dem Landkreis haben die einjährige Kampagne erfolgreich abgeschlossen. Organisiert wurde die Teilnahme auf Landkreisebene durch die Fachberatung Kindertagesbetreuung des Kreisjugendamts Regen.
Im Mittelpunkt der Kampagne steht die bewusste und pädagogisch fundierte Integration digitaler Medien in den Kita-Alltag sowie die Förderung der Sprachentwicklung der Kinder. Die pädagogischen Fachkräfte wurden dabei durch Fortbildungen sowie durch die zuständige Digitalcoachin Iris Frehse-Oisch unterstützt, die die Einrichtungen auch direkt vor Ort betreute.
„Digitale Bildung beginnt bereits im Kindergartenalter. Entscheidend ist dabei nicht die Technik selbst, sondern wie sie pädagogisch eingesetzt wird“, sagt Nicole Ernst von der Fachberatung Kindertagesbetreuung des Kreisjugendamts Regen. „Die beiden Einrichtungen zeigen eindrucksvoll, wie digitale Werkzeuge das Lernen unterstützen können, ohne das direkte Erleben, Spielen und Entdecken zu ersetzen.“
Ob im Gruppenraum oder mitten im Wald: Die beiden Einrichtungen zeigen, dass digitale Medien nicht im Gegensatz zu Bewegung, Naturerleben und gemeinschaftlichem Lernen stehen. Vielmehr können sie als pädagogische Werkzeuge eingesetzt werden, um zu forschen, zu dokumentieren, kreativ zu gestalten und neue Lernprozesse anzustoßen.
Der Waldkindergarten Woidkitz in Bischofsmais demonstrierte eindrucksvoll, wie sich Naturpädagogik und digitale Medien verbinden lassen. Erzieherin Andrea Mader berichtet: „Mit einem digitalen Mikroskop erforschten die Kinder Blätter, Baumrinden und Insekten. Das Tablet half, Tiere und Pflanzen zu bestimmen, Fragen aus den Waldexpeditionen zu beantworten und kreative Projekte umzusetzen. Digitale Bilderbücher förderten zudem die Sprachentwicklung und luden zum Erzählen und Vorlesen ein. “
Auch der Kindergarten Regenbogen in Gotteszell nutzte die Kampagne und vermittelte den Kindern einen bewussten und kreativen Umgang mit digitalen Medien. Dank vier Tablets, die der Träger bereitstellte, konnte jede Gruppe, einschließlich der Waldgruppe, mit einem eigenen Gerät arbeiten. Kita-Leiterin Kristina Bayerl-Artmann berichtet, die Kinder nutzten das Tablet als vielseitiges Arbeits- und Forschungsinstrument: Sie fotografierten ihren Alltag, bearbeiteten Bilder und gestalteten Collagen. Sie lernten spielerisch, dass Bilder verändert werden können und nicht immer die Realität widerspiegeln. Ein digitales Mikroskop bot spannende Einblicke in die Umwelt und machte kleinste Details sichtbar. Die Kinder gingen auf Fotosafari, dokumentierten Projekte und Theateraufführungen und nutzten digitale Anwendungen zur Bestimmung von Tieren und Pflanzen. Besonders spannend war die erste Begegnung mit Künstlicher Intelligenz: Mit einer KI-Anwendung gestalteten sie individuelle Ausmalbilder und setzten ihre Ideen kreativ um.
Beide Einrichtungen berichten von großer Neugier und Begeisterung der Kinder. Die Kampagne zeigt, dass digitale Medien im Kindergartenalter sinnvoll eingesetzt werden können – nicht als Ersatz für Spielen, Bewegen oder Naturerleben, sondern als pädagogische Werkzeuge, die das Lernen bereichern, zum Entdecken anregen und wichtige Medienkompetenzen vermitteln.
Nach erfolgreicher Teilnahme konnten die beiden Kitas bei der Abschlussveranstaltung ihre Urkunden entgegennehmen. Die Fachberatung Kindertagesbetreuung des Kreisjugendamts Regen war sowohl bei der Auftakt- als auch bei der Abschlussveranstaltung vertreten und organisierte die Kampagne auf Landkreisebene. Mit ihrer Teilnahme an „Startchance kita.digital + Sprache“ zeigen die beiden Kindertageseinrichtungen, wie digitale Medien bereits im Kindergartenalter sinnvoll und verantwortungsvoll genutzt werden können. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung im Landkreis und verdeutlichen gleichzeitig, wie digitale Medien den Bildungsalltag sinnvoll bereichern können, ohne das unmittelbare Erleben und Entdecken zu ersetzen.