Alfred Kasperbauer mit Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten ausgezeichnet

Für jahrzehntelangen Einsatz im Ehrenamt ausgezeichnet: Landrat Dr. Ronny Raith (links) überreichte Alfred Kasperbauer das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen.
Teisnach. Einen Brief aus dem Vatikan bekommt man nicht alle Tage. Schon gar keinen, in dem der Papst anbietet, sich bei der Audienz terminlich ganz nach dem Empfänger zu richten. Ein alter Faschingsjux freilich, aber mit wahrem Kern: Das unermüdliche ehrenamtliche Engagement von Alfred Kasperbauer sucht seinesgleichen im Landkreis. Dafür wurde der Kaikenrieder in diesen Tagen mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.
„Schön, dass du auch für mich Zeit gefunden hast“, griff Landrat Dr. Ronny Raith den Scherz im Sitzungssaal des Rathauses auf. Dort hatte Kasperbauer selbst von 1972 bis 2008, also 36 Jahre lang, als Marktgemeinderat gewirkt. Doch sein Einsatz reicht weit darüber hinaus: Seit mehr als 60 Jahren gehört er der Freiwilligen Feuerwehr Kaikenried an und war Kreisvorsitzender der Landjugend. Den Gartenbauverein Kaikenried hob er 1992 als Gründungsvorsitzender mit aus der Taufe und stand ihm viele Jahre vor. Dabei kümmerte er sich unter anderem um die Anschaffung und den Betrieb der Obstpresse. Auch den Dorfausschuss Kaikenried führte er als Gründungsvorsitzender über viele Jahre, ehe er den Vorsitz an den mittlerweile verstorbenen Josef Niedermeier übergab. Für seine Verdienste wurde Kasperbauer später zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Dem Arbeiter-Kranken-Unterstützungsverein Teisnach gehört er seit 1988 in der Vorstandschaft an, seit 1998 steht er an dessen Spitze. Seit 2024 ist er außerdem Seniorenbeauftragter des Marktes Teisnach. Auch die Wallfahrten von Viechtach nach Altötting begleitete er über zehn Jahre als Pilgerleiter und hilft bis heute tatkräftig mit.
Für diese langjährigen und hervorragenden Verdienste im Ehrenamt werde Kasperbauer nicht einfach mit einem Anstecker bedacht, betonte der Landrat, sondern mit einem Orden. Wie weit das Wirken des Geehrten reicht, zeigte sich auch an den Gästen: Neben seiner Ehefrau Maria waren Freunde, frühere berufliche Weggefährten und Vertreter seiner Vereine gekommen. Ein riesiges Feld, das der Fred da beackere, befand Graßl.
Dass die Ehrung erst jetzt stattfinden konnte, lag an einer Erkrankung und mehreren Operationen. Als Kasperbauer nach seiner Diagnose Unterstützung bei der Vermittlung einer weiterführenden medizinischen Behandlung benötigte, wandte er sich an Raith. Dessen Antwort bestand aus gerade einmal drei Worten: „Ich kümmere mich.“ Eine Zusage, die Kasperbauer damals viel Zuversicht gegeben habe, wie er während der Feierstunde sichtlich bewegt erzählte.
Kasperbauers Dank galt auch seinen zahlreichen Gästen, die er allesamt persönlich würdigte. Ohne eine gute Mannschaft sei all das nicht möglich gewesen. Zugleich brach er eine Lanze für das Ehrenamt: Zwar seien die Menschen heute im Alltag stark gefordert und zusätzliche Vereinsaufgaben nicht immer leicht unterzubringen, doch Verantwortung zu übernehmen bedeute auch, selbst gestalten und mitbestimmen zu können. Dass sich dafür selbst neben Familie und Schichtdienst Zeit finden lässt, hat Kasperbauer über Jahrzehnte bewiesen.