40 Jahre Vogelschutzrichtlinie

Die Grundschüler aus Bodenmais waren eine echte Programmbereicherung. Sie zeigten, dass Naturschutz auch Spaß machen kann.

Auftaktveranstaltung der Regierung von Niederbayern zur Veranstaltungsreihe fand im Landkreis Regen statt

Die Grundschüler aus Bodenmais waren eine echte Programmbereicherung. Sie zeigten, dass Naturschutz auch Spaß machen kann.

Die Grundschüler aus Bodenmais waren eine echte Programmbereicherung. Sie zeigten, dass Naturschutz auch Spaß machen kann. Foto: Langer/Landkreis Regen

Großer Arbersee. Bei zwölf Veranstaltungen in ganz Niederbayern will die Regierung von Niederbayern nicht nur das 40-jährige Bestehen der EU-Vogelschutzrichtlinie feiern, bei den Terminen soll auch für den Artenschutz geworben und auf bedrohte Arten aufmerksam gemacht werden. Zur Auftaktveranstaltung hatten die Regierung von Niederbayern, der Landkreis Regen und der Naturpark Bayerischer Wald ins Arberseehaus am Arbersee eingeladen.

Nach der Begrüßung der Gäste durch Landrätin Rita Röhrl hielt Regierungspräsident Rainer Haselbeck die Festansprache. Er berichtete davon, dass die Deutschen mehr als 15 Millionen Euro für Vogelfutter ausgeben. Diese zeige, dass den Menschen die Tiere am Herzen liegen. Die Sorge um den Artenschutz und die Vielfalt habe die Europäische Union vor 40 Jahren dazu veranlasst die Vogelschutzrichtlinien zu erlassen und nach wie vor sei es so, dass man sich „große Sorgen um die Vielfalt machen muss.“ So verzeichne man auch in Niederbayern einen Rückgang der Arten. Der Regierungspräsident zeigte auf, dass es in Niederbayern zwölf Vogelschutzgebiete auf einer Fläche von rund 45000 Hektar gibt und erklärte, dass man so die Artenvielfalt erhalten wolle. Doch auf dem Erreichten könne man sich nicht ausruhen. Mit „wir haben noch viel zu tun“, gab Haselbeck die Marschrichtung vor. So gelte es nach wie vor das gesellschaftliche Bewusstsein für den Naturschutz zu schärfen. In seiner Ansprache erinnerte der Regierungspräsident auch daran, dass jeder etwas für den Artenschutz tun kann. „Es geht vor der eigenen Haustür los“, sagte er.

Die Feierstunde am Großen Arber nutzte Haselbeck auch um sich bei Menschen und Institutionen zu bedanken, die sich im Landkreis Regen besonders für den Vogelschutz einsetzen. Die erste Dankesurkunde ging dabei an die Grund- und Mittelschule Bodenmais. Dort gebe es ein herausragendes Engagement und ein besonderes Unterrichtskonzept, das bereits Kindern einen Zugang zum Artenschutz gebe. Von dem besonderen Engagement konnten sich übrigens die Gäste an dem Tag besonders überzeugen. Die Schüler gaben der Feierstunde mit Musik und Gesang einen besonderen Rahmen. Begleitet von der Lehrerin Karin Besendorfer zeigten sie beispielsweise in einem Lied die Artenvielfalt musikalisch auf.

Ausgezeichnet wurde auch der Biolandwirt Ludwig Scherm aus Höllmannsried. Er zeige mit der Beweidung durch Ziegen und Esel, dass man Grünflächen mit Tieren nachhaltig beweiden kann. Auch der Einsatz von Schweinen auf ehemaligen Fichtenforstflächen beweise, dass man mit natürlichen Methoden nachhaltig arbeiten könne.

Der pensionierte Förster Fritz Reiter wurde ebenfalls ausgezeichnet. „Er ist für Behörden und Verbände der Ansprechpartner für alle ornithologischen Fragen im Arbergebiet“, stellte Haselbeck fest und lobte sein ehrenamtliches Engagement auch im Bereich von Exkursionen und im Wanderfalkenmonitoring.

Eine ganze Gruppe wurde abschließend vom Präsidenten geehrt. Er bat die Teilnehmer der ersten Natura2000-Partnerschaft nach vorne. Die Gruppe hatte sich zum Schutz des Auerhuhns im Arbergebiet zusammenschlossen, konkret aktiv sind hier: die Sektionen Straubing und Deggendorf des deutschen Alpenvereins, die Bergwachten Arnbruck, Ruhmannsfelden und Zwiesel, der Markt Bodenmais, der Forstbetrieb Bodenmais der Bayerischen Staatsforsten, die Naturschutzwächter des Landkreises Regen, der Naturpark Bayerischer Wald und der Gebietsbetreuer für die Arberregion.

Nach dem Schlusswort des Naturparkvorsitzenden Heinrich Schmidt und einer kurzen Pause, konnten die Interessierten sich noch über das Leittier des Schutzgebietes rund um den Großen Arber informieren. Der Arbergebietsbetreuer Johannes Matt referierte über das Auerhuhn. Der Vogel ist vom Aussterben bedroht, kommt aber gerade noch im Gebiet rund um den Großen Arber verstärkt vor.

In den kommenden Wochen sollen aber nicht nur der Landkreis Regen und das Auerhuhn in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Alle zwölf niederbayerischen Vogelschutzgebiete sollen in ähnlichen Veranstaltungen entsprechend gewürdigt werden, dann werden unter anderem auch Arten wie das Braunkelchchen, der Habichtskauz, der Mauersegler, der Mittelspecht oder auch der Wendehals in den Mittelpunkt der Betrachtungen gerückt. Bis zum Oktober sollen demnach in allen niederbayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten ähnliche Veranstaltungen abgehalten werden.

 

Meldung vom: 18.03.2019