Zusammenarbeit der Feuerwehren im Grenzgebiet soll weiter verbessert werden

Gruppenbild im Landratsbüro, sie tauschten sich aus, v.li. Aleš Bucifal, Zdeněk Housar, Pavel Valm, Landrat Dr. Ronny Raith, General Frantiěek Pavlas, Kreisbrandrat Hermann Keilhofer, Kreisbrandmeister Marco Dietl, Kreisbrandmeister Florian Graßl, Landratsamtsgeschäftsführerin Iris Gehard und Abteilungsleiterin Silvia Moser. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen
Regen. „Wenn es brennt, ein Unfall passiert oder die Feuerwehr gebraucht wird, zählt vor allem eines: schnelle Hilfe“, sagt Regens Landrat Dr. Ronny Raith. Dabei spiele es keine Rolle, woher die Helfer kommen oder welche Sprache sie sprechen, betont er. Deshalb setzt er sich dafür ein, dass Feuerwehren bei Einsätzen auch die deutsch-tschechische Grenze überqueren dürfen. Unterstützung erhält er vom Pilsner Regionspräsidenten Dr. Kamal Farhan. Da auch die Feuerwehrverantwortlichen beiderseits der Grenze diese Idee befürworten, arbeiten die Einsatzleitungen seit Monaten an einem entsprechenden Abkommen. Kürzlich empfing Raith eine hochrangige Delegation um den Pilsener Feuerwehrgeneral František Pavlas im Landratsamt Regen, um die Gespräche voranzutreiben.
Pavlas sprach dabei den aus seiner Sicht notwendigen Umfang der Zusammenarbeit an. Er wünsche sich, dass bei besonderen Schadenslagen oder Notfällen Feuerwehren aus Bayerisch Eisenstein, Regenhütte, Ludwigsthal, Lindberg und möglicherweise auch Zwiesel nach Tschechien ausrücken könnten. Im Gegenzug seien grenznahe tschechische Einheiten bereit, in Bayern zu helfen. Pavlas betonte, dass die Unterstützung nur dann erfolgen solle, wenn sie wirklich nötig sei. „Wir wollen keinen unnötigen Aufwand, sondern Hilfe leisten oder annehmen, wenn es dringend erforderlich ist“, erklärte der General. Um die Dimensionen zu verdeutlichen, ließ er die Einsätze der letzten drei Jahre analysieren, bei denen tschechische Feuerwehren Hilfe aus Bayern hätten anfordern können. „Es waren sechs Fälle: drei im Jahr 2024, drei im Jahr 2022 und keiner im Jahr 2023“, erläuterte er. Damit sei klar, dass kein übermäßiger Mehraufwand entstehe. Auch Pavlas unterstrich: „Den Menschen ist egal, woher die Hilfe kommt.“
Ins gleiche Horn stieß der Regener Kreisbrandrat Hermann Keilhofer. Er erinnerte daran, dass beide Gebiete auch Tourismusregionen mit entsprechenden Unterkünften sind. „In einer Großgefahrenlage sind wir über jede helfende Hand dankbar“, sagte er und hob hervor, dass die Kollegen aus Tschechien gut ausgebildet und ausgerüstet seien. Wichtig sei, gemeinsame Standards zu definieren und die Alarmierungsschwellen klar festzulegen. „Es geht nicht darum, neue Strukturen zu schaffen, sondern bestehende effizient zu nutzen“, betonte Keilhofer. „Unser Ziel ist klar: Wir wollen den Menschen helfen.“
Da beide Seiten eine Partnerschaft auf Augenhöhe anstreben, gehe es nun darum, die Details auszuarbeiten, um im Ernstfall reibungslos zusammenzuarbeiten. Man vereinbarte, den Austausch über Technik und Einsatzmöglichkeiten fortzusetzen und zu intensivieren. „Jeder soll die Informationen erhalten, die er braucht“, waren sich Pavlas und Keilhofer einig.
Auch die bayerischen Kommunen nahe der Grenze unterstützen die Pläne. „Ich habe mit den Bürgermeistern gesprochen, und sie stehen hinter dem Vorhaben“, berichtete Keilhofer. So sei er sich sicher, dass bei der Unterzeichnung entsprechender Verträge die Kommunen „mit dabei sind.“
Im Austausch stellten beide Seiten viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede fest. In Tschechien untersteht die Feuerwehr dem Innenministerium und verfügt über eine hauptamtliche Struktur mit Generälen und Berufsfeuerwehren in allen Bezirken. In den Gemeinden gibt es jedoch – wie in Bayern – Freiwillige Feuerwehren. Im Kreis Pilsen existieren rund 550 solcher Einheiten.
Landrat Raith lobte die Fortschritte: „Man sieht, dass beide Seiten zusammenarbeiten wollen. Wir sind auf einem guten Weg. “ Im Februar soll ein weiteres Treffen in Tschechien stattfinden, bei dem die bayerischen Gäste die Arbeit vor Ort kennenlernen und weitere Vertragsdetails klären sollen. Ziel sei es, bis zum Sommer einen unterschriftsreifen Vertrag vorzulegen.