Ein Heimspiel für den Landrat

Unser Bild zeigt Landrat Dr. Ronny Raith und die Kommunale Jugendpflegerin Kathrin Götz im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Kirchberg im Wald. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Dr. Ronny Raith war zum Schulbesuch an der Mittelschule Kirchberg im Wald

Unser Bild zeigt Landrat Dr. Ronny Raith und die Kommunale Jugendpflegerin Kathrin Götz im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Kirchberg im Wald. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Unser Bild zeigt Landrat Dr. Ronny Raith und die Kommunale Jugendpflegerin Kathrin Götz im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Kirchberg im Wald. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Kirchberg im Wald. Landrat Dr. Ronny Raith besucht seit zwei Jahren mit der Kommunalen Jugendpflegerin Kathrin Götz die Schulen im Landkreis Regen. Sie diskutieren mit den Abschlussschülern und beantworten deren Fragen. Jeder Besuch verläuft anders. Beim jüngsten Termin hatte der Landrat quasi ein Heimspiel. An der St.-Gotthard-Mittelschule in Kirchberg im Wald beantworteten der Landrat und die Jugendpflegerin die Fragen der Jugendlichen.

„Mich interessiert, was euch bewegt“, begann Raith und bot den Schülern das Du an. „Viele von euch kennen mich ja schon von der Feuerwehr, der Kirche oder dem Sportverein“, stellte er fest und freute sich über „zahlreiche bekannte Gesichter“. Götz erklärte in der Vorstellungsrunde: „Ich bin Ansprechpartnerin für alles in der Jugendarbeit.“ Sie unterstützt nicht nur Fachkräfte und Politiker, sondern auch die Schüler können sich jederzeit an sie wenden.

Klassensprecher Max Wurzer und Klassleiter Tobias Raith begrüßten die Gäste. Max stellte die erste Frage: „Was halten Sie von Windrädern im Landkreis Regen? “ Raith erklärte, dass der Landkreis die Bundes- und Landesgesetze umsetzen müsse. 1,8 Prozent der Landkreisfläche müssten zum Vorranggebiet werden, erklärte Raith. Sollte dies der Landkreis nicht umsetzen, wäre Windkraft im gesamten Landkreis privilegiert. „Dann könnten überall im Landkreis vereinfacht Windräder gebaut werden“, so der Landrat weiter. Dies halte er nicht für den richtigen Weg, deswegen habe er sich bisher stets für die Schaffung von Vorranggebieten ausgesprochen. Er erklärte, dass eine gesicherte Stromversorgung im Interesse aller sei und die Windkraft eine große Rolle spiele. „Windkraft passt nicht überall“, betonte er und hofft auf „erträgliche Lösungen.“

Die Mittelschule Kirchberg besuchen auch Schüler aus Rinchnach, Bischofsmais und Kirchdorf im Wald. Ein Schüler fragte nach der neuen Kläranlage, die mit Eppenschlag geplant ist. „Der Landkreis ist hier nicht zuständig“, erklärte Raith, zeigte aber Verständnis für die Diskussion. Die Baukosten tragen die Bürger, daher sei es selbstverständlich, dass sie informiert sind und sich einbringen. Derzeit läuft eine Klage am Verwaltungsgericht Regensburg. Die Gemeinde sei verantwortlich, „sie ist für ihre Aufgaben selbst zuständig.“

Bernd wollte vom Landrat wissen, was dessen erfolgreichste Veranstaltung gewesen ist. „Das ist keine einzelne Veranstaltung, sondern viele. Das sind die Schülergespräche, wie das gerade mit Euch“, sagte Raith. Er sehe die Gesprächsreihe mit den Jugendlichen als Gewinn. Zum einen gebe es einen wertvollen Austausch, zum anderen habe er die Gelegenheit, die Entwicklungen im Landkreis jüngeren Menschen näher zu bringen.

Es folgten einige persönliche Fragen. Raith berichtete davon, dass er gerne Landrat sei, er das Amt aber nicht aktiv angestrebt habe. Er habe schon in jungen Jahren gerne Verantwortung übernommen. Egal, ob als Ministrant, Feuerwehrmann, Pfarrgemeinderat oder später als Gemeinde-, Kreisrat und zweiter Bürgermeister. Er warb für das Ehrenamt: „Ohne engagierte Menschen gäbe es viele Angebote nicht“, sagte er und verwies auf Sportvereine, Feuerwehr und Kirchen.

Auch zu seiner früheren Tätigkeit als Anwalt äußerte sich Raith. Besonders Fälle mit Kindern berührten ihn. „Da habe ich immer sehr mitgefühlt“, erzählte er.

Kathrin Götz brachte den Schülerinnen und Schülern die U-18-Wahl näher. „Auch wenn ihr nicht bei den Erwachsenen mit wählen könnt, hier wird Eure Stimme sichtbar“, erklärte sie. Zudem wies sie darauf hin, dass es in allen Gemeinden im Landkreis Regen einen Jugendbeauftragten gibt. „Zu dem könnt ihr auch mit euren Anliegen gehen“, ist sie sicher.

Zum Schluss ermutigte Raith die Jugendlichen, sich politisch einzubringen. „Politik ist der Wettstreit von Ideen“, sagte er. Wer Ideen habe, müsse andere überzeugen oder Kompromisse finden. Gute Politik brauche Kompromisse, um extreme Parteien nicht zu stärken. Wichtig sei, dass sich Menschen finden, die sich für andere einsetzen und politisch engagieren.

Meldung vom: 05.02.2026