Manfred Weber, Vorsitzender der EVP-Fraktion, machte sich mit Landrat Raith vor Ort ein Bild

Gespräch in der mobilen Sanitätsstation, v.li.MdEP Manfred Weber, Landrat Dr. Ronny Raith, Landratsamtsgeschäftsführerin Iris Gehad, Andreas Weichselgartner. Erwin Trauner (beide BRK), BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Lobmeier und Christian Aulinger (BRK). Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen
Regen. Zufrieden zeigte sich Manfred Weber, der Fraktionsvorsitzende der Europäischen Volksparteien (EVP) im Europaparlament und niederbayerische Europaabgeordnete bei seinem Besuch im Landkreis Regen. Zusammen mit Regens Landrat Dr. Ronny Raith informierte er sich, wie europäische Fördergelder vor Ort wirken. Dabei besichtigten die beiden zwei Projekte, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Sie waren in der modernisierten Brauerei Falter und beim Bayerischen Roten Kreuz (BRK) zu Gast. Die Brauerei bekam beim Um- und Anbau und den Modernisierungsarbeiten Unterstützung aus Mitteln der EU, das BRK hat eine mobile Sanitätsstation mit Unterstützung von Leadergeldern angeschafft.
Brauerei entwickelt sich weiter
In der Brauerei Falter empfing Firmeninhaber Josef Falter die Gäste. Bei einem Rundgang erklärte er, wie die Fördermittel genutzt werden. Er sprach über Investitionen, die allgemeine Lage und die Produktion in der Kreisstadt. „Der Bierkonsum sinkt, auch bei uns“, sagte Falter und betonte, dass auch kleine Brauereien auf Trends reagieren müssen. Während das Helle noch 75 Prozent der Verkäufe ausmacht, steigt die Nachfrage nach alkoholfreien oder alkoholreduzierten Alternativen. Das Zitronenfalter ist das zweitmeistverkaufte Getränk, noch vor Weizenbier und Pils. Im Frühjahr soll ein alkoholfreies Falterbier auf den Markt kommen. „Kunden wollen den Biergeschmack, aber nicht immer den Alkohol“, erklärte Falter.
Regionaler Einkauf ist hilfreich
Das Familienunternehmen hat in der Vergangenheit gut gewirtschaftet, was Investitionen ermöglichte und hilft, aktuelle Herausforderungen wie hohe Gas- und Malzpreise zu bewältigen. „Der Ukrainekrieg beeinflusst uns stark“, sagte Falter. Rohstoff- und Energiepreise sind gestiegen, doch die regionale Beschaffung der Zutaten, wie Gerste aus Niederbayern und Hopfen aus der Hallertau, ist ein Vorteil. „Der Landkreis fördert Regionalität mit dem Arberlandpremium-Siegel“, berichtete Raith, und die Brauerei Falter ist ein langjähriger Arberlandpremiumbetrieb. „Viele Kunden kommen aus einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern“, sagte Falter. 85 Prozent der Produkte werden in Flaschen verkauft, der Rest in Fässern oder Containern an Lokale geliefert.
Die Brauerei profitiert auch von der Wirtschaftsförderung im Kreis und in Niederbayern. Falter berichtete von den Umbauten der letzten Jahre. Wo einst eine Diskothek stand, lagern heute bis zu 10000 Hektoliter Bier. „Wir haben viel investiert und von der Wirtschaftsförderung profitiert“, sagte Falter und lobte die Unterstützung von Landkreis und Regierung. Auch europäische Förderungen spielten eine Rolle. „Zu jedem Euro aus Brüssel muss auch ein Beitrag aus Bayern kommen“, betonte Weber und hob die Zusammenarbeit hervor.
Optimale mobile Erstversorgung
Nach dem Besuch in der Brauerei ging es weiter zum BRK-Haus in Regen. Dort besichtigten Weber und Raith die mobile Sanitätsstation. „Diese Station auf einem Tandemanhänger ist perfekt auf die Bedürfnisse der Sanitäter zugeschnitten“, erklärte Christian Aulinger. Sie betreut die Station und kennt ihre Stärken: „Die klimatisierte Station ist in einen Behandlungs- und einen Aufenthaltsraum aufgeteilt. Sie ermöglicht eine optimale Erstversorgung, unabhängig von Licht- und Wetterbedingungen.“ Das Projekt wurde durch BRK-Mittel, Spenden und Leadergelder finanziert.
„Ihr erster Einsatz war während der Coronakrise“, berichtete BRK-Kreisgeschäftsführer Franz Lobmeier. Die Station wurde 2020 in Dienst gestellt und diente zunächst als Impfstation. Weber und Raith erkundigten sich nach den Einsatzmöglichkeiten. Die Station kann bei Veranstaltungen als Rettungswache dienen. Ein Teil ist wie ein Krankenwagen ausgestattet, der andere als Besprechungs- oder Ruheraum nutzbar. „Sie ist quasi eine rollende Arztpraxis“, sagte Lobmeier.
Unterstützung durch EU-Mittel
Raith und Weber zeigten sich von den Möglichkeiten beeindruckt. Dabei imponierte ihnen besonders, dass beim BRK nach wie vor viele ehrenamtliche Helfer zum Einsatz kommen. Sie zeigten aber auch Unverständnis dafür, dass Bürokratie und Regulierungswahn auch vor dem Rettungswesen nicht halt machen. „Unter anderem durch Änderungen im Bayerischen Rettungsdienstgesetz können zahlreiche ehrenamtliche Retter nicht mehr eingesetzt werden, diese fehlen uns dann aber auch im Zivil- und Katastrophenschutz“, erklärte Lobmeier. Weber und Raith betonten, dass sie sich zumindest großzügigere Übergangsregelungen gewünscht hätten. Grundsätzlich sei es aber gut, wenn Helfer bestens ausgebildet sind.
Am Ende der beiden Besuche zeigte sich der Europaabgeordnete und Chef der Christdemokraten im Europäischen Parlament beeindruckt. „Hier sind die Fördergelder wirklich gut angelegt“, ist er sich sicher. Weber und Raith wünschten beiden weiterhin viel Erfolg bei der Arbeit.