Große Namen hängen nicht nur in Metropolen – ein Betriebsbesuch bestätigt das eindrucksvoll

Christian Bayerl, Glaskünstler Erwin Schmierer, Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger, Kurator Fritz Bauer, Tourismusreferentin Elisabeth Unnasch und Landrat Dr. Ronny Raith (v.l.) tauchen mitten in die Ausstellung „Spektrum“ ein – geführt vom Künstler selbst, der seine Werke zwischen Licht, Glas und Perspektive lebendig werden lässt. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen.
Bayerisch Eisenstein. Wer große Kunst sehen will, denkt oft zuerst an München, Berlin oder Wien. Dass Werke von Salvador Dalí, Joan Miró, Marc Chagall oder Rembrandt aber auch im Bayerischen Wald zu sehen waren, zeigte sich nun bei einem Termin, der genau diesen Blick weitet: Landrat Dr. Ronny Raith war im Rahmen seiner regelmäßigen Betriebsbesuche zu Gast in den Kuns(t)räumen grenzenlos.
„Ein klassischer Betrieb ist das nicht“, stellte der Landrat gleich zu Beginn fest – „aber ein Ort, der sich längst etabliert hat.“ Und mehr noch: ein Ort, der wirtschaftliche, kulturelle und touristische Impulse gleichermaßen vereint. Untergebracht im historischen Gebäude des ehemaligen Post- und Telegrafenamts, direkt am Grenzbahnhof, hat sich hier seit der Eröffnung im Juli 2013 auf rund 800 Quadratmetern ein besonderer Kosmos entwickelt. Die Kuns(t)räume verstehen sich nicht nur als Galerie, sondern als Begegnungsort für Kunst aus der Region zwischen Donau und Moldau.
Initiator und Galerist Christian Bayerl führte die Delegation durch das Haus und durch seine eigene Geschichte. „Wir wollten nie nur Ausstellungsräume schaffen“, erzählte er. „Es sollte ein Ort sein, der Menschen zusammenbringt.“ Kunst habe in seiner Familie immer eine Rolle gespielt. „Irgendwann war klar: Ich will ihr hier bei uns wieder Raum geben.“ Dabei denkt Bayerl bewusst über die eigenen Wände hinaus. Die Attraktivierung des Bahnhofsareals gelingt für ihn nur in Zusammenarbeit mit den benachbarten Kunst-, Kultur- und Gastronomiebetreibern.

Hier arbeitet sich Erwin Schmierer am Sujet der Arche Noah ab. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen.
Beim Rundgang wurde deutlich, dass die Kuns(t)räume vor allem von ihrer kuratorischen Qualität leben. Maßgeblich geprägt wird diese durch das Vater-Sohn-Duo Fritz und Sven Bauer, deren fein austarierte Ausstellungen künstlerische Positionen immer wieder neu in Beziehung setzen und so Spannung und Tiefe erzeugen. Wie das konkret aussieht, zeigt die aktuelle Ausstellung „Spektrum“, die noch bis 26. April zu sehen ist – und die an diesem Tag durch den Maître selbst lebendig wurde: Glaskünstler Erwin Schmierer präsentierte den Besuchern seine Arbeiten, die mit Licht, Form und Wahrnehmung spielen: präzise geschliffene, prismenartige Objekte treffen auf figürliche Darstellungen, die sich je nach Blickwinkel verändern. Was eben noch eindeutig scheint, löst sich im nächsten Moment wieder auf. Im Dialog dazu stehen die Werke der tschechischen Künstlerfamilie Samec über drei Generationen hinweg. Unterschiedliche Handschriften, von naturbezogenen Motiven bis hin zu abstrakten, geometrischen Kompositionen, treten hier in einen spannungsvollen Austausch. „Genau diese Gegenüberstellung macht den Reiz aus“, erklärte Bayerl, ein Ansatz, der beispielhaft für die Arbeit der Kuns(t)räume steht. Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger sieht darin einen wichtigen Impuls für die Region: „Solche Orte geben kreative Energie weiter.“ Tourismusreferentin Elisabeth Unnasch wiederum betonte die besondere Lage: „Ein Anziehungspunkt geografisch wie kulturell.“ Auch im Kleinen wird die Idee übrigens greifbar: Der Galerieshop als Ausstellung en miniature bietet einen niederschwelligen Zugang zur Kunst, der zum Entdecken und Mitnehmen einlädt.
Am Ende bleibt der Eindruck eines Ortes, der sich stetig weiterentwickelt – getragen von Leidenschaft, Qualität und einem klaren Anspruch. Oder, wie es Raith zusammenfasste: „Die Kuns(t)räume zeigen, was möglich ist, wenn Engagement auf Vision trifft.“