Wie eine soziale Schreinerei im Bayerischen Wald Menschen stabilisiert

Vorne sitzend: Renate Wasmeier, Bernd Sibler und Ronny Raith. Dahinter Vertreter der ProtekAktiv gGmbH, darunter Geschäftsführerin Eva Krempl (2. von rechts), sowie Teresa Sitzberger (links) und Andreas Ober (3. von rechts). Foto: Susanne Labussek / Landratsamt Deggendorf.
Regen/Deggendorf. Wer die Werkstatt der ProtekAktiv gGmbH betritt, hört zunächst das Vertraute: Sägen, Schleifen, das rhythmische Klopfen von Holz auf Holz. Und doch geht es hier um weit mehr als Handwerk. Unter dem Leitmotiv „Mut, Humor und Menschlichkeit“ bietet die Schreinerei Menschen mit psychischen Erkrankungen einen strukturierten Arbeitsalltag und damit Stabilität, die oft lange gefehlt hat.
Gefertigt wurden bislang vor allem klassische Massivholzmöbel, Tischplatten oder Rundholzelemente. Seit Herbst 2025 ist das Spektrum breiter geworden: Auch Spielgeräte wie Schaukeln, Sandkästen und Kletterelemente entstehen nun in der Werkstatt – für Kindergärten, öffentliche Plätze und private Gärten in der Region. Verarbeitet wird ausschließlich Holz aus der Region, vor allem Fichte und Lärche. Ein Ansatz, der nicht nur ökologisch gedacht ist, sondern auch die regionale Wertschöpfung stärkt.
Dass die Produkte der Schreinerei längst in beiden Landkreisen zum Einsatz kommen, war nun auch Anlass für einen gemeinsamen Betriebsbesuch von Politik und Verwaltung. Unter den Gästen befanden sich neben Landrat Bernd Sibler (Landkreis Deggendorf) auch Dr. Ronny Raith, Landrat des Landkreises Regen, sowie Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger. Eingeladen hatte diese Schreiner und Betreuer Michael Ellerbeck aus Langdorf, der in der Einrichtung tätig ist und die Verbindung in die Region aktiv prägt. Mit großem Engagement begleitet er die Beschäftigten und schafft ein Umfeld, das sowohl fachliche Anleitung als auch persönliche Entwicklung ermöglicht. Arbeit, so sein Eindruck, wirke oft wie ein Gegengewicht: „Sie gibt Halt, stärkt das Selbstvertrauen und schafft Struktur.“ „Hier wird sichtbar, wie soziale Arbeit und regionale Wertschöpfung Hand in Hand gehen“, bekräftigte Raith.
Tatsächlich wird in der Schreinerei nicht nur gehobelt und geschliffen. Die Beschäftigten lernen, sich auf Abläufe einzulassen, Verantwortung zu übernehmen und im Team zu arbeiten. Schritt für Schritt entstehen so neue Routinen und mit ihnen Perspektiven. Ziel bleibt es, Menschen zu stabilisieren und ihnen Wege zu eröffnen, die über den Werkstattalltag hinausreichen.