Erste Grenzraum-Exkursion gibt Einblicke und die Möglichkeit zum Austausch

Unser Bild zeigt die Teilnehmer der Exkursion mit Projektkoordinatorin Tabea Lepšík (li.) und Simona Fink (10.v.li.) von der Koordinierungsstelle Bayern-Böhmen. Foto: Helena Hnojska
Landkreis Regen. Welche Geheimtipps bietet die Grenzregion neben den bekannten Freizeitzielen, und wie lassen sich diese besser vermarkten? Diese Fragen erkundeten rund 30 Touristiker und Erlebnisanbieter aus dem Landkreis Regen und der Region Klattau während einer Exkursion im Rahmen des Interreg-Projekts „Grenzraum entdecken – Naherholung und Geheimtipps“. Die Kreisentwicklung des Landkreises Regen und das Pilsner Büro der Koordinierungsstelle Bayern-Böhmen organisierten die Veranstaltung. Die Teilnehmer lernten die Vielfalt des Tourismus- und Freizeitangebots im Landkreis Regen kennen, erkundeten Fördermöglichkeiten und tauschten sich intensiv aus.
Erste Station war das Bienenlehrzentrum in Ludwigsthal. René Hansl, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Zwiesel, führte die Gruppe über den Lehrpfad und erklärte die Rolle der Bienen im Ökosystem und die Funktionsweise eines Bienenvolks. Der Verein bietet Kurse zur Bienenhaltung und Imkerei für Interessierte und Imker an. Weiter ging es zum Bauernhausmuseum Lindberg. Josef Winter, Vorsitzender des Fördervereins, berichtete über die Entwicklung des Museums und seine Erfahrungen als Projektpartner des Interreg-Großprojekts „Gunthersteig“. Dieses Projekt wertete den Fernwanderweg zum Pilgerweg auf und verlängerte ihn nach Tschechien. Winter erläuterte die Chancen und Herausforderungen solcher Projekte und führte durch die Ausstellung über das bäuerliche Leben im Bayerischen und Böhmerwald.
Am Nachmittag präsentierte Sandra Schütz im Museum „Rotes Schulhaus“ in Rinchnach die Arbeit des Hauses und berichtete von positiven Erfahrungen mit dem Interreg-Kleinprojektefonds. Das Museum hatte mit der Kulturplantage Blatná ein Kleinprojekt umgesetzt, das die Ausstellung „Brennweite – wie die Ziege ins Museum kommt“, Kurzfilme über die Regionen und bayerisch-tschechische Abende umfasste. Ein weiteres Kleinprojekt „Kunst-Spielplätze“ wurde kürzlich bewilligt, um Kunst in Begegnungs- und Spielräumen erlebbar zu machen. Reinhold Ertl, Leiter des Heimat- und Tourismusbüros Rinchnach, führte die Teilnehmer über den Fledermaus-Skulpturenweg und erklärte dessen Entstehung und Bedeutung für das Tourismusangebot des Ortes. Die Exkursion endete mit einem gemeinsamen Beisammensein im Weißen Schulhaus, organisiert von der Touristinformation Rinchnach, das Raum für vertiefte Gespräche und Vernetzung bot.
„Wir sind sehr zufrieden mit unserer ersten Grenzraum-Exkursion. Die Teilnehmer konnten nicht nur Geheimtipps im Arberland besichtigen, sondern auch Einblicke in die grenzüberschreitende Projektarbeit gewinnen“, resümierte Projektkoordinatorin Tabea Lepšík. Auch Simona Fink, Leiterin der Koordinierungsstelle Bayern-Böhmen, wertete die Exkursion als Erfolg: „In vielen Gesprächen zwischen den Akteuren aus Bayern und Tschechien wurden neue Kontakte geknüpft und Erfahrungen ausgetauscht.“ Im weiteren Verlauf des Projekts planen Lepšík und Fink zwei zusätzliche Exkursionen dies- und jenseits der Grenze.