Grünbacher Kastanien sind ein Naturdenkmal

Dorfverein Gründbach setzt sich für den Erhalt und Schutz der Bäume ein

Sie freuen sich, dass die Bäume weiterhin erhalten werden können, v.li.: Martin Straub (Kreisfachberater), Michael Rankl (1. Bürgermeister Gemeinde Kirchdorf), Daniel Lemberger (2. Vorsitzender Dorfverein Grünbach), Martin Graf (Landratsamt Regen). Bildautor: Anna Graf

Grünbach/Kirchdorf. Alte Bäume lieber fällen und neu pflanzen oder versuchen, sie zu erhalten? Diese Frage beschäftigt Kommunen im Landkreis Regen regelmäßig. In Grünbach, einem Ortsteil der Gemeinde Kirchdorf im Wald, hat man nun eine Entscheidung getroffen: Die beiden Kastanien bei der Kapelle wurden als Naturdenkmal ausgewiesen.

Daniel Lemberger, der zweite Vorsitzende des Dorfvereins Grünbach, und Martin Graf von der unteren Naturschutzbehörde Regen haben als Kinder unter diesen Bäumen Kastanien gesammelt. Die Kastanien wurden 1914 von Xaver Kraft gepflanzt und sind seitdem ein fester Bestandteil des Dorfangers. Die Bäume sind inzwischen alt und benötigen erhöhte Pflege. Auf Anraten von Klaus Eder, einem ehemaligen Kreisfachberater, wurden vor einigen Jahren Kronensicherungen eingebaut. Totholz hat sich in den Kronen angesammelt, was regelmäßige Kontrollen erforderlich macht.

Vor über einem Jahr fragte der Dorfverein Grünbach bei der Gemeinde Kirchdorf an, ob die Bäume unter Schutz gestellt werden können. „Die Bäume gehören zu unserem Dorf und sollen möglichst lange erhalten bleiben“, sagte Lemberger. Die Gemeinde unterstützte die Initiative von Anfang an. „Wir haben mit der Lindenallee Grünbichl bereits ein Naturdenkmal im Gemeindegebiet und freuen uns, dass wir ein zweites bekommen. Für uns ist es zudem ein Vorteil, dass sich jetzt der Landkreis um den Erhalt der Bäume kümmert“, erklärte Michael Rankl, Bürgermeister von Kirchdorf im Wald.

Die Lage der Bäume am Dorfanger zwischen Kapelle und Spielplatz erfordert hohe Sicherheitsstandards, weshalb sie jährlich kontrolliert werden müssen. Diese Aufgabe übernehmen Martin Straub und Martin Graf, die sich seit Jahren um die Naturdenkmäler im Landkreis kümmern. Nachdem die Bäume ins landkreiseigene Baumkataster aufgenommen wurden, überprüften Straub und Bioversitätsberater Graf die Vitalität der Bäume intensiv. Eine Bohrwiderstandsmessung mittels Resistograph zeigte, dass die Stämme stabil sind. Pflegebedarf besteht jedoch vor allem in den Kronen.

Die Pflege der Bäume wird durch die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie gefördert und von professionellen Baumpflegern durchgeführt. Die Bäume sind nicht nur markante Landschaftselemente und kulturgeschichtlich interessant, sondern auch naturschutzfachlich wertvoll und erhaltenswert.

Meldung vom: 12.08.2026