Austausch im Landratsamt Regen

Landrat Dr. Ronny Raith empfängt die Leitung des Kreisverbindungskommandos

Sie trafen sich zu einem Gespräch über die zukünftigen Herausforderungen für Landkreis und Bundeswehr und vereinbarten eine enge Zusammenarbeit und Kommunikation (v.li.): Landrat Dr. Ronny Raith, stellvertretender Leiter Oberstleutnant d. R. Michael Bastl und Leiter des KVK Regen Oberstleutnant d. R. Ralf Schwarz. Foto: Iris Gehard / Landratsamt Regen

Regen. Landrat Dr. Ronny Raith traf sich vor kurzem am Landratsamt zu einem Austausch mit dem Leiter des Kreisverbindungskommandos Regen (KVK) der Bundeswehr, Oberstleutnant d. R. Ralf Schwarz, und seinem Stellvertreter Oberstleutnant d. R. Michael Bastl. Thematisiert wurden beim Gespräch nicht nur der Katastrophenfall (K-Fall), sondern auch Szenarien der veränderten Sicherheitslage in Deutschland.

Aufgabe des Kreisverbindungskommandos ist die Beratung des Landkreises bei allen Fragen der zivil-militärischen Zusammenarbeit im Grundbetrieb sowie im Katastrophen- und Einsatzfall. Diese Beratung betrifft Großschadenslagen, Katastrophen- und Terrorlagen, in denen das Militär die zivilen Kräfte mit militärischen Fähigkeiten unterstützen kann, aber auch das Aufzeigen der Grenzen dieser Unterstützung. „Hoffen wir, dass es beim Übungsbetrieb bleibt“, sagte Landrat Dr. Ronny Raith zu Beginn des Gespräches. Es sei dennoch sehr wichtig, im gegenseitigen Austausch zu bleiben, um auf den Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

Schwarz und Bastl betonten, dass die Bundeswehr gemäß den gesetzlichen Regelungen immer dann angefordert werden könne, wenn zivile Kräfte erschöpft und nicht mehr durchhaltefähig sind. Dabei führe das Kreisverbindungskommando ein zivil-militärisches Lagebild, das über das Landeskommando Bayern in München zum Territorialen Führungskommando nach Berlin weitergeleitet werde. Bewusst greife für diese Aufgaben das Militär auf langgediente Reservisten zurück, die fest gesellschaftlich in der Region verankert sind und die örtlichen Gegebenheiten kennen. Ein Kreisverbindungskommando (KVK) bestehe aus zwölf Soldaten, einem erfahrenen Stabsoffizier als Leiter und einem Stabsoffizier als Stellvertreter. Das Kommando umfasse auch eine sanitätsdienstliche Komponente mit einem leitenden Arzt und einem Sanitätsfeldwebel, welche beide die sanitätsdienstliche Beratung im Kommando übernehmen.

„Um die Aufgaben ausführen zu können, ist es wichtig, dass es eine Einbindung in Katastrophenschutzübungen und Lagebesprechungen gibt, damit die Kommunikation im K-Fall gut funktioniert und so militärische Fähigkeiten effektiv eingesetzt werden können,“ erläuterte Oberstleutnant d. R. Schwarz. Landrat Dr. Raith verwies darauf, dass er eine Stabsrahmenübung mit allen Kräften für sinnvoll halte. Raith nahm die Ausführungen von Schwarz und Bastl sehr positiv auf: „Der Bund stattet uns für den K-Fall gut aus und man versucht, uns über das Technische Hilfswerk (THW) und die Feuerwehr so zu ertüchtigen, dass wir überlebensfähig sind.“ Aber es gebe unterschiedlichste Einsatzszenarien wie Hochwasser oder Blackout und die Bundeswehr trage dazu bei, noch besser aufgestellt zu sein. Zudem müsse man im Katastrophenfall auch über den eigenen Landkreis hinausblicken und zusammenarbeiten. Daher dürfe man nicht vergessen, dass es in den Landkreisen Deggendorf und Passau keine Bundeswehr mehr gebe. „Das KVK Regen kann auch die KVKs der Nachbarlandkreise unterstützen“, bestätigte Bastl.

Auch im Hinblick auf die veränderte Sicherheitslage im Blickwinkel der „Zeitenwende“ wurde Landrat Dr. Raith von den beiden Stabsoffizieren informiert.  Was kann auf einen Landkreis beispielswiese bei größeren Truppenbewegungen – auch internationaler militärischer Kräfte im Rahmen des Host Nation Supports (HNS) – zukommen? Dann sei auch zivile Logistik gefordert. „Für diese Informationen bin ich sehr dankbar. Wir haben hier auch definitiv Möglichkeiten, beispielsweise Turnhallen mit Feldbetten auszurüsten oder über das Rote Kreuz Feldküchen zur Verfügung zu stellen.“, so der Landrat. „Wenn die Lage so wird, dann müssen wir miteinander entschlossen handeln, es hilft ja nichts.“ Klar sei, dass die Unterstützung keine Einbahnstraße von der Bundeswehr an den Landkreis sein könne. Raith, Schwarz und Bastl waren sich einig: „Wir müssen uns präventiv vorbereiten und auf den Fall der Fälle einstellen, aber wenn er nicht kommt, sind wir natürlich alle froh.“

Meldung vom: 28.05.2024