Aviäre Influenza „Vogelgrippe“

Die aktuelle Risikobewertung der zuständigen bayerischen Landesbehörde LGL stuft das Risiko einer Ausbreitung der Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAI) bei Wildvögeln sowie einer Übertragung auf Geflügel und gehaltene Vögel in Deutschland als gering bis mäßig ein (Stand 03.05.2022).

Mit steigenden Temperaturen und der stärkeren Sonneneinstrahlung im Frühling und Sommer ist von einer Reduktion von HPAI-Viren in der Umwelt auszugehen. Eine Abnahme des Infektionsdrucks innerhalb der Wildvogelpopulation und damit eine Reduktion der Gefahr des Eintrages in Geflügelhaltungen ist entsprechend zu erwarten. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren ist mittlerweile jedoch mit einem langfristigen Vorkommen der hochpathogenen Aviären Influenza in der Wildvogelpopulation und demnach auf niedrigem Niveau auch über die Sommermonate zu rechnen. Ein Restinfektionsrisiko bleibt auch im Sommer bestehen.

Mit Aufhebung der Allgemeinverfügung vom 10.12.2021 wurde der geänderten Risikolage Rechnung getragen und Schutzmaßnahmen aufgehoben (Allgemeinverfügung vom 19.05.2022). Dies betrifft das Markt- und Ausstellungsverbot für Geflügel, bestimmte Biosicherheitsmaßnahmen für Bestände unter 1000 Stück Geflügel, das Fütterungsverbot für Wildvögel und die Untersuchungspflicht im Handel.

Unabhängig von der Seuchenlage gelten folgende Schutzmaßnahmen für alle Halter weiter:

  • Verwendung einer geeigneten Schutzkleidung und deren Reinigung und Desinfektion oder unschädliche Beseitigung nach Verwendung beim Impfen und gewerbsmäßigen Umgang mit Geflügel.
  • Hausgeflügel darf nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind.
  • Hausgeflügel darf nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, getränkt werden.
  • Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, muss für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.
  • Pflicht zur tierärztlichen Untersuchung auf das Vorliegen der Aviären Influenza bei erhöhten Verlusten ( ≥ 3 % in 24 Stunden bei Beständen bis 100 Tieren, ≥ 2 % in 24 Stunden bei Beständen über 100 Tieren).

Jeder Geflügelhalter sollte unabhängig von seiner Bestandsgröße im Rahmen der Eigenvorsorge und Sorgfaltspflicht Biosicherheitsmaßnahmen wie die Verwendung von Schutzkleidung und die räumliche Trennung seines Geflügels von Wildgeflügel dauerhaft praktizieren. Dies gilt insbesondere für Haltungen an oder in der Nähe von großen und kleinen Gewässern.

Haltungen sollten zudem auf eine Verschärfung der Seuchenlage vorbereitet werden. Dies beinhaltet vor allem die Möglichkeit der kurzfristigen Errichtung eines überdachten, zur Seite gegen das Eindringen von Wildvögeln gesicherten Unterstandes.

  • Vollzug tiergesundheitsrechtlicher Maßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest;
    Allgemeinverfügung des Landratsamtes Regen vom 19.05.2022
    Aufhebung der tiergesundheitsrechtlichen Allgemeinverfügung des Landratsamtes Regen zur Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen in einem festgelegten Gebiet zu präventiven Zwecken zum Schutz vor der Geflügelpest vom 10.12.2021

Unter den genannten Links finden sich umfangreiche aktuelle Informationen zum Seuchengeschehen.

Merkblatt

Meldung vom: 30.05.2022