Die Osterbrünnl Kapelle

Von Ruhmannsfeldener Bürgern vor ca. 700 Jahren erstmals errichtet, war die Kapelle unter der Schirmherrschaft des Klosters Aldersbach zeitweise ein bedeutender Wallfahrtsort, zu dem die Gläubigen bis aus Österreich kamen. Ruhmannsfelden kam schließlich unter die Herrschaft von Kloster Gotteszell. Die hohen Einnahmen des Osterbrünnls waren dem Abt bald ein Dorn im Auge. Seine Schergen ließen mehrfach die von den Gläubigen gestifteten, in den Bäumen aufgehängten Votivtafeln – andernorts durchaus gängige Wallfahrtspraxis – als „Zeugnisse primitivsten Aberglaubens“ zerstören. Mehrfach kam es zu Prügeleien und regelrechten Kämpfen, da die Ruhmannsfeldener ihr Osterbrünnl massiv verteidigten. Die Wallfahrtsstätte wurde schließlich niedergebrannt und durfte lange nicht wiedererrichtet werden. Als nach der Auflösung der Klöster 1803 die Bürger einen Neubau versuchten, befahl der Staat den Abbruch. Erst nach dem Brand der Pfarrkirche 1820 durfte das Osterbrünnl neu aufgebaut werden. Ausgelöst durch den Einmarsch der Warschauer- Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei im Sommer 1968, wurde die Kapelle Ziel einer neuen Friedenswallfahrt, zu der sich alljährlich im September fast 1000 Gläubige treffen.

Wegbeschreibung
Knapp 1 km südöstlich OK Ruhmannsfelden am Rand des Teisnachtales, über Osterbrünnl-Weg (am RWW 1).

Weitere Informationen bei:
Tourist-Information Ruhmannsfelden
Schulstraße 23, 94239 Ruhmannsfelden
Tel.: 09929/902003, Fax: 09929/4341
E-Mail: tourist-info@ruhmannsfelden.de
www.ruhmannsfelden.de

Meldung vom: 03.05.2018