Landrat Dr. Raith diskutierte mit Schülerinnen und Schülern der Realschule Viechtach

Unser Bild zeigt Landrat Dr. Ronny Raith im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen der Realschule Viechtach. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen
Viechtach. Auch im neuen Jahr setzt Regens Landrat Dr. Ronny Raith seine Schulbesuche fort. Er besucht alle Schulen mit Abschlussklassen, um mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen. „Ich beantworte alle Fragen, aber besonders interessiert mich Eure Meinung“, sagte Raith zu den Schülerinnen und Schülern der Realschule Viechtach. Mit diesem Besuch startete er sein Programm für das neue Jahr.
Der Landrat legt Wert auf einen Dialog auf Augenhöhe. Deshalb bot er den Jugendlichen das Du an. „Das gilt natürlich nicht nur heute“, betonte er und versprach, auch bei anderen Anlässen ansprechbar zu bleiben. „Ich will, dass die Menschen auf mich zugehen können. Ich bin für die Bürgerinnen und Bürger da“, erklärte Raith. Gerade deshalb suche er den Austausch mit den Schülerinnen und Schülern. „Das gilt auch für mich“, ergänzte Kathrin Götz, die Kommunale Jugendpflegerin. Sie begleitet den Landrat, um sich und ihre Arbeit vorzustellen. „Ich bin Ansprechpartnerin für alles, was die Jugendarbeit betrifft, auch für die Fachkräfte in den Jugendtreffs“, fügte sie hinzu.
Schulleiter Stefan Spindler begrüßte Raith und Götz. Er lobte den Austausch zwischen Schülern und Landrat und bedankte sich für die gute Ausstattung der Realschule, für die der Landkreis als Sachaufwandsträger verantwortlich ist.
Die erste Frage stellte eine Schülerin: Warum wollte Raith Landrat werden? Er erzählte von seiner Kindheit in Kirchberg im Wald, wo er sich früh engagierte – als Ministrant, im Pfarrgemeinderat und bei der Freiwilligen Feuerwehr. Der damalige Bürgermeister habe ihn ermutigt, politisch aktiv zu werden. Über den Gemeinderat kam er in den Kreistag und wurde schließlich Stellvertreter der Landrätin. Als man ihn fragte, ob er kandidieren wolle, sagte er zu. „Die Aufgabe reizt mich, und ich möchte mich für die Menschen einsetzen“, erklärte er. Auf die Nachfrage, ob er weitere politische Ambitionen habe, antwortete er: „Ich strebe kein anderes Mandat an, kein Ministeramt. Ich bin gerne Landrat. “ Für ihn sei klar: „Ein politisches Mandat ist ein Auftrag“ und dem wolle er gerecht werden.
Auch Fragen zu seinem beruflichen Werdegang und seiner Bezahlung beantwortete Raith offen. Nach dem Abitur in Zwiesel und der Bundeswehrzeit studierte er Jura und arbeitete vor seinem Amtsantritt als Anwalt. „Ich hatte eine Kanzlei, die es noch gibt, und war als Fachanwalt für Strafrecht in ganz Bayern unterwegs“, berichtete er. Besonders bewegten ihn Fälle, in denen Kinder Opfer waren. „Das hat mich immer am meisten berührt“, sagte er. Neben der Verteidigung von Tätern habe er oft auch Opfer als Nebenklagevertreter begleitet. Als Anwalt habe er deutlich mehr verdient als jetzt. „Ich werde in der Besoldungsstufe B6 bezahlt. Das Gehalt ist öffentlich einsehbar“, erklärte er. „Ich werde sicher nicht schlecht bezahlt, aber das Arbeitspensum ist hoch. Wer die Aufgabe ernst nimmt, ist auch abends und am Wochenende unterwegs.“ Für ihn gehöre es dazu, den Kontakt zu Menschen, Vereinen und Institutionen zu halten.
Ein anderer Schüler wollte wissen, ob Raith schon immer Anwalt werden wollte. Der Landrat erzählte, dass er als Gymnasiast Pfarrer werden wollte. „Ich bin gläubig“, sagte er und berichtete, dass er neben Jura auch katholisches Kirchenrecht studiert habe. Auslandssemester in Rom und Budapest führten schließlich zu seinem Doktortitel.
Auch der Umgang mit extremen Parteien kam zur Sprache. „Es bringt nichts, jemanden auszugrenzen“, erklärte Raith. Er wolle sich abgrenzen, nicht ausgrenzen. Er riet den Jugendlichen, sich gut zu informieren. „Wer informiert ist, erkennt, dass extreme Haltungen nicht weiterführen. Viele Probleme lassen sich nur im Konsens lösen. “ Sein Appell: „Jede Form von Extremismus ist schlecht. “
Zur möglichen Rückkehr der Wehrpflicht sagte Raith, er befürworte eine allgemeine Dienstpflicht – auch für Frauen. „Wer zur Bundeswehr will, soll das tun können. Wer sich lieber sozial oder karitativ engagiert, sollte diese Möglichkeit haben. “
Kathrin Götz warb für die Teilnahme an der U18-Wahl. „Junge Menschen können hier ihre Stimme zeigen“, erklärte sie. Außerdem wies sie darauf hin, dass es in jeder Landkreisgemeinde Jugendbeauftragte gibt. „Sie setzen sich für Euch ein und sind ein Bindeglied zum Gemeinderat. Geht auf sie zu, sie sind für Euch da“, ermutigte Götz die Jugendlichen.
Abschließend ermunterten Raith und Götz die Jugendlichen sich einzubringen, ihre Meinungen offen zu vertreten und sich auch für andere zu engagieren. „Gemeinsam kann man immer mehr erreichen als alleine, deswegen helft alle mit, dass es uns weiter gut geht“, so der Wunsch des Landrats.