Filmvorführungen: Gefangen im Netz

Landratsamtsmitarbeiter und Kinobetreiber gemeinsam gegen sexuellen Missbrauch von Kindern

"Gefangen im Netz" ist der Titel des Dokumentarfilms der an drei Abenden in den drei Kinos im Landkreis Regen gezeigt wird. Foto: Filmverleih

„Gefangen im Netz“ ist der Titel des Dokumentarfilms der an drei Abenden in den drei Kinos im Landkreis Regen gezeigt wird. Foto: Filmverleih

Regen/Zwiesel/Viechtach. „Gefangen im Netz“ ist der Titel eines Dokumentarfilmes über Cybergrooming, den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen im Internet. Der Film berührt die Zuschauer und zeigt, welche Gefahren im Internet lauern. Die Mitarbeiter des Jugendamtes und die Kinobetreiber haben sich deswegen zusammengetan und wollen informieren. An drei nacheinander folgenden Abenden wird der Film – jeweils um 19 Uhr –  kostenlos gezeigt. Los geht es am Mittwoch, 20. Oktober, im Kinocenter Regen, am Donnerstag, 21. Oktober, wird der Film im Zwieseler Lichtspielhaus gezeigt und am Freitagabend, 22. Oktober, im Kino Viechtach. Gratistickets sind an der Abendkasse erhältlich und können bereits jetzt online gebucht werden (in Zwiesel und Viechtach – in Regen keine Onlinebestellung möglich).

„Die Idee kam von der Viechtacher Kinobetreiberin Melanie Reil“, sagt die Kommunale Jugendpflegerin Dr. Edith Aschenbrenner. Ihre Initiative haben die Verantwortlichen gerne aufgenommen und nach kurzen Gesprächen waren auch die Betreiber der Kinos in Zwiesel und Regen mit dabei. „Alle drei Betreiber der Lichtspielhäuser verzichten dabei auf Einnahmen“, berichtet Dr. Aschenbrenner weiter und gemeinsam will man so ein Zeichen setzen und vor allem die Eltern und pädagogischen Fachkräfte aufklären.

Die Geschichte des Films ist schnell erzählt. In einem einzigartigen Experiment schlüpfen drei sehr jung aussehende Schauspielerinnen in die Rolle von 12-jährigen Mädchen. In einem Filmstudio werden drei Kinderzimmer eingerichtet. Die drei richten sich auf verschiedenen Onlineplattformen Profile ein und warten was passiert. „Was dann geschieht, das öffnet sicherlich vielen die Augen“, berichtet die Jugendpflegerin. Innerhalb von Minuten bekommen die Mädchen nicht nur Kontakt zu erwachsenen Männern, sie bekommen viel mehr. Auch: viel mehr als sie sehen wollen.

Dr. Aschenbrenner hat den Film vorab mit einigen Mitarbeitern des Landratsamtes angesehen und alle waren sich einig: Wer Kinder hat oder mit Kindern arbeitet muss den Film gesehen haben. Gezeigt wird an den Abenden die FSK 16 Version. Kinder sollten zuhause bleiben. Auch für Personen, die selbst traumatische Erfahrungen gemacht haben, ist der Film eher ungeeignet. „Wir werden die Zuschauer am Ende nicht alleine lassen“, versichert Dr. Aschenbrenner. Nach der Filmvorführung stehen den Anwesenden Fachkräfte des Jugendamtes Regen, Präventionsbeauftragte der Polizei sowie Fachkräfte aus regionalen Beratungsstellen für Gespräche und Austausch zur Verfügung. Außerdem erhalten alle Besucher Informationsmaterial über Anlaufstellen und Internetportale für Betroffene.

Die Einladung zum Filmabend ging auch an alle Schulen, mit der Bitte diese über die Elternvertretungen an die Eltern weiterzuleiten. „Wir wissen, dass das Thema keine leichte Kost ist und der Abend sicher kein unterhaltsamer Filmabend wird. Dennoch hoffen wir darauf, dass sich viele Eltern den Film ansehen“, sagt auch Jugendamtsleiter Martin Hackl. Denn „das Thema ist längst Teil der Internetgesellschaft und man kann und soll es nicht verschweigen.“

 Hintergrund

Als Cybergrooming bezeichnet man das Suchen von Opfern im Internet. Dabei nutzen die Täterinnen und Täter gezielt auch Programme- und Plattformen für Kinder und Jugendliche. Die Opfer werden dabei auch in Chats von Spielen oder auf Kinderseiten angesprochen. Die Zahl der Anzeigen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Experten gehen von hohen Dunkelziffern aus.

In Regen: Tickets nur im Kino

Regen. Am Mittwoch, 20. Oktober, 19 Uhr, läuft im Kinocenter Regen der Film „Gefangen im Netz“. Der Film zeigt auf dokumentarische Art und Weise, wie schnell Kinder und Jugendliche im Internet von sexuellem Missbrauch bedroht sind. Gezeigt wird der Film in Kooperation des Lichtspielhauses mit dem Landkreis Regen. Tickets können nur telefonisch zu den Öffnungszeiten reserviert oder an der Kinokasse abgeholt werden. Ein Online-Kauf ist, anders als gemeldet, leider nicht möglich. Karten gibt es an der Abendkasse, der Eintritt ist frei.

Meldung vom: 15.10.2021