Pilsens Regionspräsident Dr. Farhan und Landrat Dr. Raith setzen sich für die Menschen ein

Regens Landrat Dr. Ronny Raith durfte sich, auf Einladung des Regionspräsidenten Dr. Kamal Farhan, ins Goldene Buch der Region Pilsen eintragen. Foto: Region Pilsen
Pilsen. „In meiner Kindheit war die deutsch-tschechische Grenze ein Ort, der ganz Europa geteilt hat, heute gibt es nur noch ein Element, das uns unterscheidet: die Sprache. Ansonsten haben wir im Grenzraum diesseits und jenseits der Grenze ähnliche Probleme. Wir stehen vor den gleichen Herausforderungen“, ist sich Regens Landrat Dr. Ronny Raith sicher. Deshalb sucht er regelmäßig den Austausch mit den Verantwortlichen in der Nachbarregion Pilsen. Zuletzt traf er sich mit dem Pilsener Regionspräsidenten Dr. Kamal Farhan in Pilsen. Beide sind sich einig, dass eine intensive Zusammenarbeit zum Wohl der Menschen in beiden Regionen notwendig ist.
Bereits in früheren Gesprächen legten beide den Grundstein für grenzüberschreitende Hilfeleistungen der Feuerwehren. „Wenn Hilfe notwendig ist, darf uns keine Grenze im Weg stehen. Wer helfen kann, soll dies auch dürfen“, betonte Farhan. Wenn beispielsweise die freiwillige Feuerwehr von Bayerisch Eisenstein in Železná Ruda schneller oder effektiver helfen kann, sollte sie dies problemlos können. Ebenso könne es sinnvoll sein, dass eine tschechische Feuerwehr nach Bayerisch Eisenstein, Regenhütte oder Ludwigsthal ausrückt. „Gerade bei größeren Schadenslagen, wo mehrere Wehren gefordert sind, ist jede Hilfe willkommen“, waren sich beide Politiker einig. In den vergangenen Monaten wurde ein Abkommen zur grenzüberschreitenden Hilfeleistung ausgearbeitet. Nachdem nur noch kleinere Fragen zu klären sind, sind sich Farhan und Raith sicher, dass man schon bald die Verträge unterzeichnen kann. Am Sonntag, 7. Juni, soll es soweit sein. Dann wird in Bayerisch Eisenstein, im Rahmen der Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der Ortsfeuerwehr, das offizielle Abkommen unterzeichnet. „Ich freue mich, dass wir diesen wichtigen Schritt gehen können“, sagte Landrat Raith. Regionspräsident Farhan lobte den Mehrwert für die Bevölkerung: „Die Menschen in unserer Heimat sollen die bestmögliche Hilfe in Notlagen erhalten, und dies können wir nun gewährleisten.“

Der Pilsener Regionspräsident Dr. Kamal Farhan und Regens Landrat Dr. Ronny Raith (li.) sind sich einig: Sie wollen sich gemeinsam für die Menschen in ihren Regionen einsetzen. Foto: Region Pilsen
Auch der Katastrophenschutz und die rettungsdienstliche Versorgung im Grenzraum waren ein Thema im Gespräch. Vor allem bei notfallmedizinischen Einsätzen ist eine grenzüberschreitende Hilfe für die Menschen ein Gewinn, waren sich die beiden einig. Auch hier soll die Kooperation künftig weiter ausgebaut und vertieft werden.
Die beiden Politiker stellten im Gespräch immer wieder fest, dass die Probleme ähnlich sind. Dies zeigt sich auch bei der medizinischen Versorgung. Auch in Tschechien gibt es viele Änderungen. Der Sparzwang führt dazu, dass immer öfter kleinere Krankenhäuser schließen müssen.
Farhan und Raith tauschten sich aber nicht nur über Notfälle aus. Sie diskutierten auch, wie es gelingen könne, die Menschen trotz Sprachbarriere näher zusammenzubringen. Eine Möglichkeit bietet der Austausch von Schülern und gegenseitige Besuche. Auch Sportprojekte und Wettbewerbe könnten die Menschen näher zueinander führen. „Auch die Kultur ist ein wichtiger Botschafter“, erklärte Farhan. Musik und Feste spielen auf beiden Seiten eine große Rolle. So gab es bereits gemeinsame, grenzüberschreitende Seniorentanzveranstaltungen. Möglicherweise kommt in diesem Jahr auch eine Gruppe aus dem Bezirk Pilsen zum Pichelsteinerfest nach Regen.
Auch über die Nutzung europäischer Fördermittel wurde gesprochen. Hier waren sich Farhan und Raith einig, dass man die Programme auf beiden Seiten so gut wie möglich nutzen soll. Vor allem im touristischen Bereich sahen sie weitere Möglichkeiten und sicherten sich gegenseitige Unterstützung zu.
Ein letztes Thema war der Zivilschutz. „In den vergangenen 30 bis 40 Jahren wurde dieser Bereich bei uns weitgehend vernachlässigt. Angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage und globaler Zusammenhänge ist es jedoch notwendig, die Strukturen zur Bewältigung von Katastrophenszenarien systematisch auszubauen“, stelle Raith hier fest. Der Regionspräsident führte aus, dass im Bereich Pilsen ein Sicherheitsrat tätig ist, der viermal jährlich tagt und bei dringenden außergewöhnlichen Ereignissen unverzüglich einberufen wird. Seine Mitglieder sind der Regionspräsident, die Direktorin des Bezirksamtes sowie die Direktoren der Feuerwehr der Region Pilsen, des Rettungsdienstes der Region Pilsen, der Hygienestation der Region Pilsen, der Polizeidirektion der Region Pilsen und der Leiter des Wehrkommandos der Region Pilsen. „Derzeit werden in der Region Pilsen etwa 70 Bunker erfasst und ihr Zustand überprüft“, so Farhan weiter. Zudem erwähnte er die Frage der Selbstversorgung. Er ließ Injektionsspritzen und Handschuhe für ein Jahr beschaffen, da deren Preise seit dem 1. April 2026 um 60 Prozent gestiegen sind.
Abschließend waren sich beide einig, dass man weiter im Gespräch bleiben und den Austausch weiter pflegen will.