Natur, Kultur und Rätselspaß im bayerisch-tschechischen Grenzraum

Die Teilnehmer der grenzüberschreitenden Exkursion machten unter anderem Station an der Wasserburg Švihov. Begleitet wurden sie (vorne v. re.) von Helena Hnojská (Organisation Úhlava), Projektleiterin Tabea Lepšík und Simona Fink (Koordinationsstelle Bayern-Böhmen). Foto: Tabea Lepšík / Landratsamt Regen.
Pošumaví. „Ein perfekter Ausflugstag“, so beschrieb eine Teilnehmerin den vergangenen Freitag, an dem beim Interreg-Projekt „Grenzraum entdecken – Naherholung und Geheimtipps“ der Name Programm war. Bei der ersten öffentlichen Outdooraktivität des Projekts nahmen knapp 30 Teilnehmer an einer Tagesfahrt zu weniger bekannten Ausflugszielen im Pošumaví, dem Hinterland des Böhmerwaldes, teil. Die Organisation übernahmen der Landkreis Regen als Leadpartner gemeinsam mit seinen tschechischen Projektpartnern. Das Projekt selbst vernetzt Touristiker im bayerisch-tschechischen Grenzraum und möchte mit den Ausflugstagen dies- und jenseits der Grenze die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten der Region sichtbarer machen.
Während der Busfahrt stellte Helena Hnojská von der Organisation Úhlava das Interreg-Projekt „Mit Questing auf der Suche nach den Sehenswürdigkeiten der tschechisch-bayerischen Grenzregion“ vor, bei dem der Landkreis Regen Projektpartner ist. Questing ist ein Konzept zur spielerischen Erkundung von Orten mithilfe von Rätseln in Reimform. „Wir möchten, dass Besucher sich intensiver mit dem Ort beschäftigen, den sie besuchen, und nicht nur zu einer Sehenswürdigkeit fahren, Fotos machen und gleich wieder weiterfahren“, erklärte Hnojská.
Ergänzend gab es Einblicke in die Projektarbeit der Europaregion Donau-Moldau aus Freyung. Insbesondere erklärte Barbara Daferner ihre Arbeit zu den verschwundenen Dörfern im böhmischen Grenzraum, bei der unter anderem schon eine Webseite entstanden ist.
Erste Station der Busfahrt war dann das Schloss Mlázovy. Vor Ort erfuhren die Teilnehmenden Wissenswertes über das Schloss, dessen Geschichte und seine Besitzer. Ein kleines Museum vermittelte interessante Einblicke in die frühere regionale Landwirtschaft. Abgerundet wurde der Besuch durch einen Spaziergang durch den kleinen Schlosspark und die Besichtigung der im Schloss betriebenen Zimmer.
Anschließend führte die Fahrt weiter nach Chudenice. Von einer im Frühjahr beliebten Kirschblütenallee aus startete ein Spaziergang zum Aussichtsturm Bolfánek. Vor Ort erfuhren die Ausflügler Interessantes über die Geschichte des Ortes und des Turms und konnten anschließend sowohl die dortige Ausstellung besichtigen als auch die Aussicht auf die umliegende Landschaft genießen.
Danach ging es zur dritten und letzten Station nach Švihov. Der Ort ist vor allem für seine eindrucksvolle Wasserburg bekannt, in der Teile des berühmten Märchens „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gedreht wurden. Erstmals wurde dabei die deutsche Version der entsprechenden Questingtour getestet. Die Route führte entlang des Flusses Úhlava durch die idyllische Landschaft und bot immer wieder neue Perspektiven auf die imposante Burganlage. Abschließend erhielten die Teilnehmer in der Kapelle der Wasserburg vom Kastellan Lukáš Bojčuk die wichtigsten Informationen zur Burg, bevor es zurück nach Bayerisch Eisenstein ging.
„Es hätte nicht besser laufen können“, resümierten Tabea Lepšík, Projektleiterin des Projekts „Grenzraum entdecken“, und Simona Fink, die das Projekt als Koordinationsstelle Bayern-Böhmen unterstützt. „Die Begeisterung der Teilnehmenden hat gezeigt, wie viel Potenzial in den oft noch unbekannten Ausflugszielen im Pošumaví steckt und motiviert sie hoffentlich zu weiteren Ausflügen in unser Nachbarland.“