Beim Kreativprojekt des PKD Regen setzen sich junge Menschen mit ihren Rechten auseinander

Kreativ und nachdenklich zugleich – Beim Treffen des Pflegekinderdienstes Regen setzten sich Kinder und Jugendliche mit ihren Rechten auseinander und brachten ihre Vorstellungen von einer besseren Welt auf die Leinwand. Foto: Uwe Walz / Landratsamt Regen.
Regen. Wie sieht eine Welt aus, in der Kinder das Sagen haben? Bunt, mutig, manchmal wild – und vor allem gerecht. Antworten darauf fanden 15 Kinder und Jugendliche beim Kreativtreffen des Pflegekinderdienstes (PKD) Regen in den Osterferien. Vier Stunden lang wurde im Jugendtreff nicht nur gemalt und gebastelt, sondern auch diskutiert, hinterfragt und gemeinsam gedacht.
Unter dem Motto „Ich bau mir meine Welt, wie sie mir gefällt“ näherten sich die Teilnehmenden im Alter von sechs bis 17 Jahren einem großen Thema: den Kinderrechten. Der Einstieg war persönlich. Jedes Kind wählte ein Bild, das zur eigenen Stimmung passte. Die Motive hätten unterschiedlicher kaum sein können: Naturidylle, Tiere, ein Bagger oder ein waghalsiger Mountainbike-Sprung. In der Runde erzählten die Kinder, weshalb sie sich genau dafür entschieden hatten und öffneten damit den Raum für Austausch.
Im nächsten Schritt wurde es konkreter. Jedes Kind zog ein Kinderrecht, dargestellt als Piktogramm, mit kurzer Erklärung. Gemeinsam wurden diese Rechte anhand von Alltagssituationen greifbar gemacht: das Recht auf freie Meinungsäußerung, auf Privatsphäre, auf Bildung oder auf Freizeit. Nach und nach füllte sich ein großes Plakat mit Gedanken, Kommentaren und Beispielen.
Dann ging es ans eigene Gestalten. Während einige sofort zu Farben und Leinwand griffen, vertiefte sich eine andere Gruppe in Informationsmaterialien und stellte sich die Frage: Wie werden Kinderrechte eigentlich in anderen Teilen der Welt umgesetzt? Aus ihren Erkenntnissen entwickelten sie ein Quiz- und Suchspiel, das am Ende alle gemeinsam lösten.
Die Mischung aus Kreativität, Spiel und Reflexion funktionierte. Über die gesamte Dauer hinweg herrschte eine konzentrierte, zugleich entspannte Atmosphäre. Besonders bemerkenswert war das Miteinander zwischen den Jüngeren und den älteren Jugendlichen. Ohne viel Anleitung entstand ein Austausch auf Augenhöhe, mal ernsthaft, mal humorvoll, oft überraschend tiefgründig.
So verging der Nachmittag wie im Flug. Zurück blieben nicht nur farbenfrohe Kunstwerke, sondern auch neue Gedanken und ein Gefühl, das sich nicht auf Papier bannen lässt: Der Stolz auf das, was entstanden ist – und vielleicht auch ein kleines Stück mehr Bewusstsein für die eigene Stimme in dieser Welt.