Jugendbeauftragte – ein besonderes Ehrenamt

Unser Bild zeigt Dr. Edith Aschenbrenner im Kreise der kommunalen Jugendbeauftragten. Foto: Langer/Landkreis Regen

Jugendbeauftragte, Kommunale Jugendarbeit und Kreisjugendring wollen eng zusammenarbeiten

Unser Bild zeigt Dr. Edith Aschenbrenner im Kreise der kommunalen Jugendbeauftragten. Foto: Langer/Landkreis Regen

Unser Bild zeigt Dr. Edith Aschenbrenner im Kreise der kommunalen Jugendbeauftragten. Foto: Langer/Landkreis Regen

Teisnach. Zu einem ersten Treffen der Jugendbeauftragten aus den Kommunen hatte die Kommunale Jungendpflegerin Dr. Edith Aschenbrenner in den Campus nach Teisnach eingeladen. Rund zwei Drittel der Lokalpolitiker nutzten die Gelegenheit zu einem Kennenlernen und zum gemeinsamen Austausch. Neben der Kommunalen Jugendpflegerin Dr. Aschenbrenner übernahm auch die Kreisjugendringgeschäftsführerin Kathrin Zitzelsberger Fernandes einen Part in der Versammlung, sie berichtete von der U18-Wahl im Landkreis Regen.

Zunächst stellte sich aber Dr. Aschenbrenner vor. „Das ist das erste Treffen seit den Neuwahlen und auch für mich das erste Kennenlernen“, sagte die Jugendpflegerin, die seit Februar die Aufgabe von Dirk Opitz übernommen hat. Dabei gab Dr. Aschenbrenner auch einen Einblick in ihr Leben: „Mein beruflicher Start war vor 32 Jahren an der Hiekeschule in Zwiesel.“ Nach der Erzieherausbildung studierte sie Sozialpädagogik in Regensburg und nach mehr als 20 Jahren in Norddeutschland zog es sie nun wieder nach Hause, „auf den Hof nach Arrach.“

Danach ging sie auf die Aufgaben der Jugendbeauftragte in den Kommunen ein. „Es ist ein besonderes Ehrenamt“, erklärte sie. Dabei sei der Jugendbeauftragte nicht irgendein Beauftragter aus dem Gemeinderat. „Es gibt eine gesetzliche Grundlage. Es hat sich in ganz Bayern gezeigt, dass Jugendbeauftragte eine wichtige Schnittstelle zwischen Gemeinderat und jungen Menschen sind. Jede Gemeinde benennt mindestens einen Jugendbeauftragten. In den vergangenen Jahren haben Jugendbeauftragte viel für die Kinder und Jugendlichen in unseren Gemeinden getan“, so Dr. Aschenbrenner weiter. Dabei ermunterte sie Anwesenden sich weiterhin in der Gemeinde einzubringen und die Aufgabe als Auftrag wahrzunehmen.

In Kleingruppen tauschten sich die Beauftragten aus und sprachen über die aktuelle Situation in ihren Kommunen. Dabei konnten die Anwesenden von verschiedensten Erfahrungen berichten. So gab es beispielsweise Kommunen in denen das Ferienprogramm kaum wahrgenommen wurde, in anderen gab es eine besonders hohe Nachfrage. Etliche Jugendbeauftragte beklagten sich über einen Rückzug von Jugendlichen in vielen Bereichen. Immer weniger würden sich engagieren und in den Vereinen einbringen. Dabei sei Corona nicht allein schuld, „die Einstellung hat sich geändert“, so das gemeinsame Fazit. Insofern vereinbarten die Teilnehmer, sich vermehrt auszutauschen und Plattformen zu finden, dass man über die Gemeindegrenzen hinweg Jugendarbeit vernetzt.

Zitzelsberger Fernandes berichtete von ähnlichen Erfahrungen bei der U18-Wahl. „Das Positive vornweg: Heuer wurde in allen Landkreiskommunen gewählt“, erklärte sie. So habe es Stimmabgaben auch in den kleinen Ortschaften gegeben. Dies sei ein Vorteil des Online-Votings. Ein Nachteil sei der frühe Wahltermin, am Freitag nach den Ferien gewesen. So habe es in den Schulen kaum eine Möglichkeit der Unterstützung gegeben, bedauerte sie. Dies habe sich auch bei der Wahlbeteiligung ausgewirkt. Bei der Wahl an sich habe sich gezeigt, dass die Jugend zumindest den gleichen Direktkandidaten gewählt hat, wie die Erwachsenen. Alois Rainer bekam die meisten Stimmen. Bei der Zweitstimme gab es aber ein anderes Ergebnis. Auf Rang eins kamen die Grünen mit knapp 19 Prozent, rund ein Prozent vor der CSU, es folgten SPD, FDP und Freie Wähler.

An die U18-Wahl knüpft indirekt auch ein Projekt an, dass Dr. Aschenbrenner in Anschluss vorstellte. Sie berichtete davon, dass sich der Landkreis Regen für die Teilnahme am Bundesprogramm „Demokratie leben!“ beworben hat. Das Bundesprogramm soll über drei Jahre laufen und würde eine jährliche Förderung von bis zu 125000 Euro mitbringen. „Hier würde die Jugendbeteiligung gestärkt“, ist sich die Kommunale Jugendpflegerin sicher, zudem soll dem Extremismus vorgebeugt werden. Neben dem Landkreis Regen beteiligen sich bereits die Städte Deggendorf und Straubing am Bundesprogramm. Dr. Aschenbrenner berichtete davon, dass die Chancen sehr gut sind, dass der Landkreis Regen den Zuschlag bekommt. Mit den Worten „wenn es soweit ist, dann kommen Sie bitte mit ins Boot“, warb sie um Unterstützung der Jugendbeauftragten. Nachdem   im November mit einer positiven Entscheidung gerechnet wird und der Projektstart bereits zum 1. Januar 2022 erfolgen soll, schlug sie ein weiteres Treffen der Jugendbeauftragten Ende Januar vor. Dem stimmten alle Anwesenden zu, so dass man dann gemeinsam in das Projekt „Demokratie leben“ starten kann.

 

Meldung vom: 01.10.2021