Jugendhilfeausschuss stimmt dem Haushaltsentwurf zu

Unser Bild zeigt, v.li.: Elisabeth Kuchler (Jugendamt Regen), Abteilungsleiter Frederick Fauser, Landrat Dr. Ronny Raith, Jugendamtsleiter Martin Hackl, Verfahrenslotsin Daniela Lorenz und Kreiskämmerer Johann Hutter. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Ausschussmitglieder bedauern finanzielle Kürzungen, tragen diese aber mehrheitlich mit 

Unser Bild zeigt, v.li.: Elisabeth Kuchler (Jugendamt Regen), Abteilungsleiter Frederick Fauser, Landrat Dr. Ronny Raith, Jugendamtsleiter Martin Hackl, Verfahrenslotsin Daniela Lorenz und Kreiskämmerer Johann Hutter. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Unser Bild zeigt, v.li.: Elisabeth Kuchler (Jugendamt Regen), Abteilungsleiter Frederick Fauser, Landrat Dr. Ronny Raith, Jugendamtsleiter Martin Hackl, Verfahrenslotsin Daniela Lorenz und Kreiskämmerer Johann Hutter. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen

Regen. Der spannendste Punkt der jüngsten Jugendhilfeausschusssitzung war der Haushaltsansatz des Kreisjugendamtes. Landrat Dr. Ronny Raith und Jugendamtsleiter Martin Hackl baten um Zustimmung. „Dieses Jahr gibt es keinerlei Reserven“, erklärte Hackl und verwies auf den Sparzwang. „Nur mit Einsparungen und genauer Kalkulation erreichen wir einen genehmigungsfähigen Haushalt“, betonte Raith. Ihre Argumente überzeugten, der Haushaltsansatz wurde einstimmig genehmigt.

Raith und Hackl hatten zuvor die Ausschussmitglieder auf den Ernst der Lage hingewiesen, indem sie die vorgeschlagenen Kürzungen bei den „bedingten Pflicht-Leistungen“ erläuterten. „Vor uns liegen extrem harte Zeiten“, sagte der Landrat und erklärte, dass in allen Bereichen gekürzt werde. „Wir haben auch alle freiwilligen Leistungen im Landkreishaushalt geprüft und die meisten eingestellt“, fügte Raith hinzu.

Der Haushalt des Jugendamtes umfasst Gesamtausgaben von rund 9,48 Millionen Euro, wobei die größten Posten die Hilfe zur Erziehung mit 4,1 Millionen Euro und die Eingliederungshilfe mit 2,5 Millionen Euro sind. Die Einnahmen des Jugendamts werden auf knapp 1,8 Millionen Euro geschätzt, hauptsächlich aus der Hilfe zur Erziehung (869000 Euro) und der Hilfe für junge Erwachsene/Inobhutnahme (465000 Euro). Trotz anfänglicher Gegenstimmen bei einzelnen Einsparungen wurde der Haushalt einstimmig angenommen.

Verfahrenslotsin Daniela Lorenz stellte ihren Jahresbericht vor. Sie erläuterte die Aufgaben der Verfahrenslotsen und die häufigsten Themen der letzten Monate. Die Einzelfallarbeit zeigt, dass Eltern oft durch das unübersichtliche Sozialrecht überfordert sind. Lange Wartezeiten für Diagnostik verzögern die Bedarfsfeststellung. Der Fachkräftemangel zeigt sich auch bei fehlenden qualifizierten Individual- und Schulbegleitern.

Eine Förderung erhält auch weiterhin die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstelle der Diözese Passau. Diese betreibt auch eine Außenstelle in der Stadt Regen. Allerdings wurde der Zuschuss von bisher 5000 Euro auf 4000 Euro gekürzt.

Die Ausschussmitglieder stimmten zudem einem Zuschussantrag von Pro Familia zu. Demnach wird die Beratungsstelle in Passau mit einer Außenstelle in Spiegelau, die auch Landkreisbürgerinnen und -bürger betreut, einen Zuschuss in der Höhe von 1000 Euro erhalten.

Der Kinderschutzbund soll 7500 Euro für seine Arbeit im Landkreis Regen erhalten, vor allem im Bereich der Familienpaten und begleiteten Umgänge. Der Zuschuss wurde im Vergleich zum Vorjahr um 2000 Euro gekürzt.

Gefördert wird auch weiterhin das Projekt INKA der inklusiven Jugendarbeit der Lebenshilfe Regen. Diese hatte einen Zuschuss von 9500 Euro beantragt. Bewilligt wurde eine Unterstützung in der Höhe von 6000 Euro. „Wir sehen das Engagement und wollen es auch finanziell unterstützen“, betonte Landrat Raith, verwies aber auch auf die allgemeinen Sparzwänge.

Die Katholische Jugendstelle Deggendorf hatte für das Haushaltsjahr 2026 einen Antrag auf einen festen Zuschuss in Höhe von 750 Euro für die Finanzierung von Bildungsangeboten gestellt, insbesondere zur teilweisen Mitfinanzierung einer kirchlichen Jugendreferentin. Dies wurde, wie schon in den Vorjahren, einstimmig abgelehnt. Es wurde von Jugendamtsleiter Martin Hackl abermals auf die Möglichkeit der Bezuschussung gemäß den gemeinsamen Zuschussrichtlinien des Landkreises und des Kreisjugendrings zur Förderung der Jugendarbeit im Landkreis Regen hingewiesen. „Hier könnte sich sogar eine höhere Förderung ergeben, je nach Umfang des Angebots“, betonte Hackl.

Bereits zu Beginn der Sitzung standen die Richtlinien des Landkreises Regen für die Tagespflege und die Vollzeitpflege auf der Tagesordnung. Die Änderung der Tagespflegerichtlinie ist notwendig, da der sogenannte Basiswert durch das Ministerium erhöht wurde. Auf Grundlage dieses Basiswerts berechnen sich die Entgelte für die Tagespflegepersonen. Durch die Vollzeitpflegerichtlinie werden unter anderem auch der Unterhalt sowie Erziehungsaufwand für Kinder in Vollzeitpflege geregelt. Der Landkreis orientiert sich hier eng an den Empfehlungen des Landkreistages, die dieser für 2026 neu aufgelegt hat.

Rund 40 Familien werden derzeit durch die Sozialpädagogische Familienhilfe und ebenfalls 40 Kinder und Jugendliche durch Erziehungsbeistandschaft unterstützt. Der Kreiscaritasverband deckt jeweils ein Viertel des Bedarfs durch vom Landkreis finanzierte Fachkräfte ab, es müssen aber teurere Träger auf Fachleistungsstundenbasis zugekauft werden. Die Caritas bot eine Erhöhung ihres Angebots von 2,5 auf 3,07 Stellenanteile an, was unter dem Gesichtspunkt möglicher Einsparungen genehmigt wurde.

Die Ausschussmitglieder stimmten zudem einstimmig für die Anerkennung der Kolpingfamilie Regen als Träger der freien Jugendhilfe.

Meldung vom: 16.02.2026