Gemeinsamer Jahresempfang der Bundeswehr, des Landkreises und der Stadt Regen

Kommandeur Sean Papendorf überreichte das grüne Barett und die Ernennungsurkunde an Landrat Dr. Ronny Raith. „Ich weiß, dass Du normalerweise das blaue Barett der San-Einheit trägst, vielleicht können wir Dich nun vom grünen überzeugen“, sagte Papendorf mit Blick auf Raiths Bundeswehrvergangenheit als Sanitätsoffizier. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen
Regen. Der Jahresempfang der Bundeswehr, des Landkreises und der Stadt Regen in der Bayerwald-Kaserne endete mit einer Überraschung: Oberstleutnant Sean Papendorf ernannte Landrat Dr. Ronny Raith zum Ehrengrenadier des Panzergrenadierbataillons 112. Papendorf lobte Raiths Einsatz für die Bayerwaldgrenadiere und den Standort und betonte, dass Raith auch menschlich die Auszeichnung verdiene.
Zuvor hielten Papendorf, Raith und Bürgermeister Andreas Kroner ihre Jahresansprachen. Kommandeur Papendorf stellte fest, dass der Empfang nun im Frühjahr stattfindet, um den Soldaten entgegenzukommen, die durch Übungen früher verhindert waren. Der Empfang, der zugleich auch eine sicherheitspolitische Veranstaltung ist, bietet den Rednern immer die Gelegenheit auf aktuelle gesellschafts- und sicherheitspolitische Themen einzugehen.
Oberstleutnant Papendorf sprach über den neuen Wehrdienst und die veränderte Sicherheitslage: „Wir müssen uns neu aufstellen“, betonte er. Trotz der Ablehnung der Wehrpflicht in der Bevölkerung sei der Schutz von Freiheit und Demokratie unerlässlich. „Wir müssen uns persönlich und militärisch neu aufstellen“, betonte er. Auch wenn das Stimmungsbild gegen die Wehrpflicht sei, müssten unsere Werte geschützt und verteidigt werden. In der Bevölkerung sehe er großes Vertrauen in die Bundeswehr, leider gebe es aber wenig Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr. Abschreckung sei das beste Mittel, aber „sie muss auch glaubwürdig sein. “
Landrat Raith sprach über zukünftige Herausforderungen: „Wir wollen positiv an die Dinge herangehen“, sagte er und forderte gemeinsames Handeln. Er hob Erfolge im Landkreis hervor, wie die Sanierung des Gymnasiums Zwiesel, den Start des zweiten Bauabschnitts der Umgehungsstraße Kirchberg im Wald und den Neubau der Berufsschule Regen. Raith ermutigte die Anwesenden, sich einzubringen, und betonte die Verantwortung der heimischen Wirtschaft. Politiker sollten ehrlich und transparent handeln. Er würdigte das Ehrenamt mit einem „Vergelt’s Gott“.
Raith begrüßte zudem einen besonderen Ehrengast. Aus dem Nachbarland Tschechien war mit Jan Bozděch einer der stellvertretenden Regionspräsidenten aus Pilsen angereist. Raith bedankte sich für die „partnerschaftliche Zusammenarbeit“ und stellte das gemeinsame Miteinander heraus. Im Juli werde man einen weiteren Schritt gehen und ein Abkommen über die grenzüberschreitende Hilfeleistung im Feuerwehrwesen unterschreiben. Dies werde die Regionen enger zusammenführen, ist Raith überzeugt.
Raith rief die Bürger dazu auf, sich einzubringen und ihre Meinung kundzutun. „Themen sollen kontrovers diskutiert werden“, sagte er. Er wünschte sich dabei aber, dass man auf Sachlichkeit setzt und „einander zuhört.“ Wenig Verständnis habe er für Menschen, die einfach pauschal lospoltern. Er erwarte einen anständigen Umgang mit anderen, „auch, wenn man anderer Meinung ist.“
Bürgermeister Kroner schloss mit Dank an die Vorredner und verwies auf Veranstaltungen wie das Drumherum und das Pichelsteinerfest. Er betonte den Gemeinschaftszusammenhalt und ermutigte zur aktiven Teilnahme im Ehrenamt.
Nach den Reden und der Ernennung des Landrats zum Ehrengrenadier hatten die Gäste bei Häppchen und Getränken die Möglichkeit zum Austausch.
