Landrat Dr. Ronny Raith kehrte beim Besuch im Gymnasium an „seine alte Schule“ zurück

Landrat Dr. Ronny Raith diskutierte mit den Schülerinnen und Schülern der 12. Jahrgangsstufe. Foto: Heiko Langer / Landratsamt Regen
Zwiesel. Landrat Dr. Ronny Raith erlebte beim Besuch der zwölften Klasse des Gymnasiums Zwiesel eine kleine Zeitreise. „Hier habe ich 1996 mein Abitur gemacht“, erinnerte er sich beim Aufstieg in die zweite Etage. Dort stellte er sich zusammen mit Sonja Fath den Fragen der Jugendlichen. Während Raith politische und persönliche Fragen beantwortete, warb Fath, als Vertreterin der Kommunalen Jugendpflege, für regionale Angebote. Auch sie erinnerte sich an ihre Abiturprüfungen im Jahr 2010.
Die Schülerinnen und Schüler dachten im zweistündigen Gespräch sicher nicht an Prüfungen. Sie hatten viele Fragen an den Landrat. Die erste Frage betraf die geplanten Windräder im Bayerischen Wald und deren Bauzeitpunkt. Raith erklärte, dass der Weg bis zur Baugenehmigung noch weit sei und man sich zuletzt mit Vorranggebieten beschäftigt habe. „Nach dem Atomausstieg und dem Ende der fossilen Energie müssen wir klären, woher der Strom kommt“, sagte Raith. Er betonte, dass Wasserkraft und Sonnenergie nicht ausreichen und eine Diskussion über Windkraft im Landkreis Regen zumindest nötig sei. „Man kann Vorranggebiete schaffen oder Bauten fast überall zulassen“, erklärte Raith. Die Vorgaben dazu kämen aber vom Freistaat und vom Bund, nicht vom Landkreis. „Wir setzen nur die Vorgaben um“, betont Raith. Vorranggebiete schließen unerwünschte Orte aus, garantieren aber keinen Bau. Investoren und Grundstückseigentümer sind entscheidend.
Zur Wehrpflicht sagte Raith, er wünsche sich eine allgemeine Dienstpflicht für alle. Wer keinen Sozialdienst leisten wolle, könne zur Bundeswehr gehen. Die Schüler fragten auch nach der Kaserne in Regen. „Die Kaserne ist in gutem Zustand, es wurde viel investiert“, sagte Raith. Bei einer allgemeinen Wehrpflicht müsse man weiter investieren, was Aufgabe der Bundeswehr sei.
Auch die kommenden Aufgaben wurden diskutiert. Raith hob Investitionen in den Neubau von Berufs- und Fachoberschulen hervor. Zudem fließen Mittel in die Arberlandklinik Viechtach und die Sanierung des Gymnasiums Zwiesel soll bis Jahreswechsel 25/26 abgeschlossen sein. Der Landkreis investiert auch in die Ortsumgehung Kirchberg und die Brandhofbrücke bei Kirchaitnach. Raith beschrieb die Finanzlage als „sehr angespannt“.
Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern wurde auch über deren Aktivitäten geplaudert. So erfuhrt der Landrat, dass viele in Vereinen oder bei Feuerwehr und BRK aktiv sind. „Es ist gut, wenn sich junge Menschen engagieren. Hier sammeln sie auch wertvolle Erfahrungen“, ist sich Raith sicher. Auch er plauderte aus dem Nähkästchen, berichtete davon, wie er sich über das Ehrenamt als Ministrant und Pfarrgemeinderat als Lokalpolitiker empfahl. „Dem damaligen Bürgermeister ist mein Einsatz aufgefallen“, erzählte Raith und so wurde er gefragt, ob er nicht für den Gemeinderat kandidieren wolle. „Ich habe nicht Nein gesagt“, so der Landrat weiter. Und Nein habe er auch nicht gesagt, als es darum ging, für den Kreistag zu kandidieren, oder Fraktionsvorsitzender und stellvertretender Landrat zu werden. So kam er ins Amt, wo er „gerne für die Menschen da ist.“
Auf Nachfragen verriet der Landrat auch Persönliches. „Nach dem Abitur ging ich zum Bund, danach wollte ich eigentlich Theologie studieren und Pfarrer werden.“ Doch es kam anders: Nach der Bundeswehrzeit studierte er Jura. „Als Jurist habe ich mich auf Strafrecht spezialisiert, ich habe auch Mörder und Menschenschmuggler verteidigt“, so Raith weiter. Er ermunterte die Jugendlichen, den Beruf zu ergreifen, der sie interessiert und nicht nur auf mögliche Verdienst- oder Karrierechancen zu achten.
Ein Problem, dass sich an nahezu allen weiterführenden Schulen stellt, wurde auch angesprochen: die Parkplatzsituation. Der Landkreis habe ein Nachbargrundstück des Gymnasiums Zwiesel gekauft, wo gerade zumindest einige Stellmöglichkeiten entstehen. Mehr könne man leider nicht machen, bedauert Raith und verweist darauf, dass allenfalls die Stadt weitere Parkplätze ausweisen könne.
Abschließend ermutigte Raith die Jugendlichen, sich weiter einzubringen und ihren Weg zu verfolgen. Auch Fath machte Mut: „Verfolgt Eure Ideen“, gab sie den Anwesenden mit auf den Weg.