Landrat Dr. Ronny Raith im Austausch mit Schülern der Mittelschule Ruhmannsfelden

Unser Bild zeigt: Landrat Dr. Ronny Raith im Austausch mit den Schülerinnen und Schülern der Mittelschule Ruhmannsfelden. Foto: Ramona Simeth / Landkreis Regen
Ruhmannsfelden. Landrat Dr. Ronny Raith stellte sich den Fragen der Abschlussklassen 10M und 9a der Mittelschule Ruhmannsfelden und nahm sich ausführlich Zeit für die Anliegen der Jugendlichen. Gemeinsam mit Rektorin Katrin Knollmüller und Konrektor Thomas Eder entstand ein lebendiger Austausch, bei dem bewusst keine Themen ausgeklammert wurden. Gleich zu Beginn bot Raith das „Du“ an und machte deutlich: Ob Politik, Beruf oder Privates – gefragt werden darf alles.
Die Jugendlichen nutzten diese Gelegenheit und interessierten sich zunächst für den Werdegang des Landrats. Raith berichtete, dass er bereits früh Verantwortung übernehmen wollte und mit 26 Jahren in den Gemeinderat gewählt wurde. Über weitere Stationen in der Kommunalpolitik führte ihn sein Weg schließlich an die Spitze des Landkreises. „Wichtig ist, dass man sich einbringt – auch im Kleinen kann man etwas bewegen“, so sein Appell an die Schüler.
Auch seine frühere Tätigkeit als Rechtsanwalt im Strafrecht wurde thematisiert. Dabei erklärte Raith die Herausforderungen des Berufs und betonte: „Man muss fachlich und menschlich gut trennen können, sonst wird es zu belastend.“ Gleichzeitig hob er die Bedeutung des Rechtsstaats hervor: „Jeder hat Anspruch auf ein faires Verfahren.“
Praktische Fragen aus dem Alltag der Jugendlichen kamen ebenfalls zur Sprache. So ging es unter anderem um die Mobilität im ländlichen Raum und die Situation, wie Auszubildende ohne Führerschein zuverlässig in die Arbeit kommen können. „Wir haben ein solides Bus- und Bahnnetz, aber natürlich gibt es noch Verbesserungsbedarf“, räumte Raith ein. Möglichkeiten sehe er etwa bei Rufbussen, Fahrgemeinschaften oder auch bei den Betrieben selbst: „Arbeitgeber brauchen Auszubildende – da kann man gemeinsam Lösungen finden, etwa durch Zuschüsse oder betriebliche Angebote.“
Der Umgang mit Kritik war ein weiterer Punkt im Gespräch. „Ich bin für alle ansprechbar – auch wenn es unangenehm wird“, betonte der Landrat. Wichtig sei ihm ein ehrlicher und transparenter Austausch: „Jede Meinung kann man diskutieren, aber man sollte sich vorher informieren und dann mit guten Argumenten in die Diskussion gehen.“
Das Thema Ehrenamt kam ebenfalls zur Sprache. Viele der Schülerinnen und Schüler engagieren sich in Vereinen oder bei der Freiwilligen Feuerwehr. Dieses Engagement lobte Raith und ermutigte die Jugendlichen, sich weiterhin aktiv einzubringen.
Auch wirtschaftliche Themen wurden angesprochen. Der Landrat erklärte, wie der Landkreis regionale Betriebe unterstützt – unter anderem durch direkte Gespräche, Fördermöglichkeiten und bewusstes Einkaufen vor Ort. Als zentrale Ansprechpartnerin für Förderungen und betriebliche Unterstützung nannte er Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger, die Betriebe berät und Hilfestellungen vermittelt. Gleichzeitig appellierte er an die Jugendlichen, selbst Verantwortung zu übernehmen: Wer regional einkauft und sich für Handwerksberufe interessiert, trage aktiv zum Erhalt der heimischen Strukturen bei.
Ein weiteres zentrales Thema war die Zukunft der medizinischen Versorgung im Landkreis. Raith erläuterte die drei Szenarien, die der Kreistag im November entscheiden wird: Zentralkrankenhaus, Schwerpunktbildung oder Erhalt beider Häuser. Dabei wies er auf Herausforderungen wie Personal- und Finanzierungsbedarf hin.
Persönliche Einblicke kamen ebenfalls nicht zu kurz. Raith berichtete von seinem arbeitsreichen Alltag mit zahlreichen Terminen, die oft bis in die Abendstunden und an Wochenenden reichen. Gleichzeitig sei es ihm wichtig, sich bewusst Zeit für Familie und Ausgleich zu nehmen.
Zum Abschluss ging es um gesellschaftliche Themen wie Integration und Altersarmut. Raith unterstrich die Bedeutung von Sprache, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe für ein funktionierendes Miteinander und machte deutlich, dass jeder Mensch die Chance verdient, seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Gleichzeitig verwies er auf Unterstützungsangebote des Landkreises für Menschen in schwierigen Lebenslagen.
Der Austausch zeigte eindrucksvoll, wie interessiert und engagiert sich junge Menschen mit politischen und gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzen. Für den Landrat sind genau solche Gespräche ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit: „Ich möchte wissen, was die jungen Menschen bewegt.“