250 digitale Dienste stehen im Landkreis bereit – auch die Gemeinden profitieren

Verwaltung, die aufs Tablet passt: Landrat Dr. Ronny Raith (2. v. l.) informiert sich gemeinsam mit Sachgebietsleiter Reinhard Wölfl (l.) beim Team der Verwaltungsdigitalisierung um Johann Brunner (Gruppenleiter), Stefan Aulinger und Julian Rehse über die digitalen Angebote des Landkreises. Genau 250 Dienste stehen Bürgerinnen und Bürgern inzwischen online zur Verfügung. Foto: Melanie Reif / Landratsamt Regen.
Regen. Den Führerschein umtauschen, das Auto abmelden oder den Jagdschein verlängern – Für immer mehr Behördengänge braucht es im Landkreis Regen keinen Gang mehr ins Amt. Exakt 250 digitale Dienste stehen Bürgerinnen und Bürgern inzwischen zur Verfügung. Und dass sie auch gefunden werden, zeigt zumindest dort, wo der Landkreis selbst zählen kann: Seit Ende 2023 haben sich die Aufrufe der eigens entwickelten Online-Angebote vervierfacht.
Die Bandbreite reicht mittlerweile von der Anmeldung einer Tierhaltung über die digitale Ehrenamtskarte und die Infektionsschutzbelehrung bis zur Bestellung von Wanderkarten. Auch Termine lassen sich online vereinbaren, für Schülerinnen und Schüler gibt es digitale Anträge rund um die Arberland Akademie und das Internat Viechtach. Mit der Praktikumsbörse, Angeboten zum Berufswahltag oder dem digitalen Notfallpass entwickelt der Landkreis zudem eigene Lösungen.
Wo für eine Leistung Gebühren anfallen, kann der Behördengang teilweise auch gleich am Bildschirm abgeschlossen werden. Seit August 2025 steht bei verschiedenen Diensten PayPal als zusätzliche Bezahlmöglichkeit zur Verfügung. Knapp 2000 Zahlungen wurden seither darüber abgewickelt. „Digitalisierung ist dann gut, wenn sie den Alltag einfacher macht. Wenn ein Behördengang unabhängig von Öffnungszeiten von zu Hause aus erledigt werden kann, ist das ein ganz konkreter Mehrwert für die Menschen“, weiß Landrat Dr. Ronny Raith.
Die Arbeit des Digitalisierungsteams endet dabei nicht an den Grenzen des Landratsamtes. Seit zwei Jahren können sich die kreisangehörigen Gemeinden über eine Zweckvereinbarung an gemeinsamen digitalen Lösungen beteiligen. 16 der 24 Kommunen sind inzwischen dabei, mehr als 30 Online-Verfahren wurden auf diesem Weg umgesetzt. Hundesteuer anmelden, ein Gewerbe anzeigen, eine Wohnungsgeberbestätigung oder Schadensmeldung übermitteln, sich als Wahlhelfer melden oder ein SEPA-Lastschriftmandat erteilen: Leistungen, für die nicht jede Gemeinde eine eigene digitale Lösung aufbauen muss.
Bei digitalen Planungsverfahren unterstützt der Landkreis mit DiPlanung sogar alle 24 Gemeinden. Zwei Jahre in Folge fanden Projekte aus Regen zudem bei der KommDigitale Anerkennung und erhielten einen digitalAward beziehungsweise ein digitales Siegel.
Seit 1. Juli hat sich auch beim digitalen Bürgerkonto etwas getan. Der Landkreis setzt nun auf die BundID, mit der sich Bürgerinnen und Bürger bei Online-Verwaltungsleistungen sicher identifizieren können. Je nach Dienst stehen daneben weitere Anmeldemöglichkeiten zur Verfügung, etwa das vor allem von der elektronischen Steuererklärung bekannte ELSTER-Konto.
Während nach außen immer mehr Leistungen auf den Bildschirm wandern, wird auch dahinter weitergebaut. Der Landkreis erfasst derzeit schrittweise die internen Arbeitsabläufe im Haus. Dabei geht es nicht darum, einen bisherigen Papierweg lediglich digital nachzubauen. Prozesse sollen vereinfacht, unnötige Arbeitsschritte erkannt und doppelte Eingaben möglichst vermieden werden. Noch müssen Daten aus Online-Anträgen teilweise von Beschäftigten in die jeweiligen Fachprogramme übertragen werden. Künftig sollen Schnittstellen diese Informationen möglichst automatisch dorthin bringen, wo sie weiterbearbeitet werden.
Ein weiteres digitales Fenster in den Landkreis öffnet das BürgerGIS. Das kartenbasierte Geoinformationssystem bündelt ganz unterschiedliche Informationen über die Region und macht sie mit wenigen Klicks sichtbar: Wo befinden sich Schulen und Betreuungseinrichtungen, Behörden oder andere öffentliche Einrichtungen? Welche Ausflugsziele gibt es in der Umgebung? Antworten darauf lassen sich direkt in den digitalen Karten finden. „Im BürgerGIS machen wir raumbezogene Informationen, die an ganz unterschiedlichen Stellen entstehen, für die Menschen übersichtlich und einfach zugänglich“, erklärt Thomas Vazquez, Leiter der GIS-Gruppe am Landratsamt. Zu finden ist das BürgerGIS direkt über die Startseite der Landkreis-Homepage.
Der nächste sichtbare Schritt ist übrigens bereits für den Herbst geplant: Ein KI-Chatbot auf der Internetseite des Landkreises soll dabei helfen, schneller die richtigen Informationen zu einem Anliegen zu finden. Gleichzeitig bereitet sich die Verwaltung mit Schulungen darauf vor, Künstliche Intelligenz auch intern sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen. Denn bei aller Technik bleibt das Ziel erstaunlich analog: weniger Umwege für Bürgerinnen und Bürger ebenso wie für Gemeinden und die Beschäftigten im Landratsamt.