Zwischen Spezialsoße und Sommergeschäft

Zwischen den Regalen der Viechtacher Vierlande-Niederlassung sprachen Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger (v. l.), Niederlassungsleiterin Sonja Christof, Landrat Dr. Ronny Raith und Viechtachs Zweiter Bürgermeister Hans Wühr über Liefergebiete, Fachkräfte und die Entwicklung des Standorts. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen

Landrat Dr. Ronny Raith besucht Vierlande: Kleines Team, großes Liefergebiet

Zwischen den Regalen der Viechtacher Vierlande-Niederlassung sprachen Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger (v. l.), Niederlassungsleiterin Sonja Christof, Landrat Dr. Ronny Raith und Viechtachs Zweiter Bürgermeister Hans Wühr über Liefergebiete, Fachkräfte und die Entwicklung des Standorts. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen

Zwischen den Regalen der Viechtacher Vierlande-Niederlassung sprachen Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger (v. l.), Niederlassungsleiterin Sonja Christof, Landrat Dr. Ronny Raith und Viechtachs Zweiter Bürgermeister Hans Wühr über Liefergebiete, Fachkräfte und die Entwicklung des Standorts. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen

Viechtach. Der Name Vierlande ist vielleicht nicht jedem ein Begriff. Die Spezialsoße dagegen schon: Für Generationen von Imbissgängern gehört sie zu jenem unverwechselbaren Geschmack, der einen Burger erst zum Burger macht. Was hinter dem Lebensmittelgroßhändler steckt, erfuhr Landrat Dr. Ronny Raith nun bei einem Betriebsbesuch in Viechtach. Gemeinsam mit Zweitem Bürgermeister Hans Wühr und Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger traf er dort Niederlassungsleiterin Sonja Christof. Seit August vergangenen Jahres leitet Christof den Standort an der Dr.-Winterling-Straße.

Vierlande selbst blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Der Name entstand Anfang der 1970er-Jahre für eine Pommes-Frites-Produktion in den Vierlanden bei Hamburg. Das Unternehmen wurde später Teil des Wienerwald-Konzerns; nach dessen wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden Teile von Vierlande 1982 neu gegründet. Die Viechtacher Niederlassung gibt es seit den 1980er-Jahren.

Heute arbeiten dort sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie zwei Minijobkräfte. Mit zweieinhalb Fahrerstellen reicht das Liefergebiet dennoch bis Weiden, Passau und Landshut. Was die kleine Mannschaft von Viechtach aus auf die Straße bringt, beeindruckte auch Raith. Ein solches Liefergebiet müsse schließlich Tag für Tag zuverlässig bedient werden.

Während andere Großhändler in der Region stärker Hotellerie und klassische Gastronomie bedienen, sieht Christof Vierlande vor Ort insbesondere als Partner für Imbisse, Grillbetriebe und Feste. Das Sortiment ist aufgrund der begrenzten Lagerfläche kleiner als an großen Standorten, dafür könne sie durchaus mitentscheiden, was ihre Kundschaft tatsächlich brauche. Und Kundschaft bedeutet in Viechtach ausdrücklich nicht nur Gewerbe. Auch Privatpersonen können ohne Gewerbeschein bis zu einem Warenwert von 100 Euro einkaufen und die Ware direkt vor Ort abholen. Ein Angebot, das die Niederlassungsleiterin stärker bekannt machen möchte. Mit einem Tag der offenen Tür hat sie dafür bereits geworben, künftig ist zudem ein kleiner Abholmarkt geplant. „Gerade wenn für eine größere Familienfeier, einen Kindergeburtstag oder ein Grillfest eingekauft wird, ist das auch für die Viechtacher ein interessantes Angebot“, fand Wühr.

Dass eine kleine Niederlassung manchmal ungewöhnliche Lösungen braucht, zeigt sich besonders während der sommerlichen Festsaison. Dann stellt Christof Wirten bei Bedarf einen ausgemusterten, aber weiterhin kühlfähigen Lkw samt Ware kurzerhand übers Wochenende als zusätzliches Kühllager zur Verfügung. „Als Kleiner muss man erfinderisch werden“, sagt sie. Den Lkw bringt die Niederlassungsleiterin selbst zum Kunden. Als Raith und Wühr feststellten, dass ihre alten Führerscheine zumindest für einen 7,5-Tonner reichen würden, fragte Christof prompt, ob die beiden denn gleich Zeit für eine Tour hätten.

Geeignete Berufskraftfahrer zu finden, sei schwierig, ebenso zuverlässiges Personal für das Lager, wo auch bei minus 20 Grad gearbeitet wird. Christof würde am Standort zudem gerne Nachwuchs ausbilden. Zwei Praktikanten hätten sich bereits den Bereich Lagerlogistik angesehen. Mit der Berufsschule in Regen und der Lage unmittelbar an der B 85 seien die Voraussetzungen grundsätzlich gut.

Auch in den Viechtacher Standort selbst wird investiert. Handlungsbedarf besteht unter anderem bei der inzwischen rund 30 Jahre alten Kältetechnik. Für Wirtschaftsförderin Sitzberger sind Investitionen ebenso wie die Bereitschaft auszubilden wichtige Bausteine, um Arbeitsplätze und berufliche Perspektiven in der Region attraktiv zu halten.

Christof ist wichtig, dass die Leistung ihrer Mannschaft gesehen wird. Sie spricht von einem guten Stamm bei Beschäftigten wie Kunden – und kennt Vierlande selbst nicht nur vom Schreibtisch aus. Bevor sie im vergangenen Jahr die Niederlassungsleitung übernahm, war sie bereits als Lkw-Fahrerin für das Unternehmen unterwegs. Für sie ist das Entscheidende ohnehin schwer in Stellenbeschreibungen zu fassen: „Man braucht halt Herzblut.“

Meldung vom: 25.08.2026