Landrat und Bürgermeister besuchen modernisiertes Kaufhaus Bauer

Ein Kaufhaus mit Geschichte und neuen Ideen: Landrat Dr. Ronny Raith, Yvonne Klingseis, Bürgermeister Andreas Kroner und Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger (von links) sprachen im Kaufhaus Bauer über Umbau, Kundenverhalten und die Herausforderungen des stationären Handels im Bayerischen Wald. Foto: Miriam Lange / Landratsamt Regen.
Regen. Seit über 100 Jahren gehört das Kaufhaus Bauer zur Stadt Regen – und erfindet sich dabei immer wieder neu. Wie das Traditionsunternehmen heute aufstellt ist, zeigte Juniorchefin Yvonne Klingseis bei einem Betriebsbesuch mit Landrat Dr. Ronny Raith, Regens Bürgermeister Andreas Kroner und Wirtschaftsförderin Teresa Sitzberger. Dabei führte sie die Delegation nicht nur durch die modernisierten Verkaufsräume, sondern sprach auch offen über die Herausforderungen des stationären Handels.
Besonders deutlich wurde die Veränderung im Untergeschoss. Dort befindet sich heute die neugestaltete Kinderabteilung mit Kleidung 58 bis Größe 176. Graffiti-Elemente, Bobbycars und Schaukelpferde prägen das moderne Konzept, das gemeinsam mit einem Designer entwickelt wurde. Auch Bürgermeister Kroner blickte beim Rundgang zurück. Seine erste Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolvierte er einst selbst im Kaufhaus Bauer. Besonders überrascht zeigte er sich über die zahlreichen Umbauten der vergangenen Jahrzehnte. In den heutigen Lagerflächen waren früher Spielwaren und ein Restaurant untergebracht.
Dass im Kaufhaus Bauer trotz aller Veränderungen weiterhin stark auf persönliche Beratung gesetzt wird, wurde beim Rundgang immer wieder deutlich. Gerade dort, wo Menschen anprobieren, vergleichen oder sich beraten lassen wollen, sehe man nach wie vor große Stärke gegenüber dem Onlinehandel, erklärte Klingseis. Hochwertige Mode, Unterwäsche, Anlasskleidung und Tracht liegen immer im Trend. Mit Blick auf die bevorstehende Festsaison dürfte letztere bald wieder besonders gefragt sein. Vor dem Volksmusikfestival Drumherum und dem Pichelsteinerfest steige die Nachfrage traditionell stark an. Die aktuelle Saison setze dabei auf Grün, auffällige Muster und zunehmend auch auf Trendstücke wie das Stretch-Dirndl mit mehr Bewegungsfreiheit.
Investiert hat man zuletzt aber nicht nur in Sortiment und Präsentation. Lagerflächen wurden geöffnet, Wege verbreitert und ein zusätzlicher Personenaufzug eingebaut, um das Haus vollständig barrierefrei zu gestalten. Während die übrige Delegation die Rolltreppe nutzte, nahm Landrat Raith konsequent die Stufen. „Man sitzt ohnehin zu viel im Büro“, meinte er. Auch neue Serviceideen spielen im Kaufhaus inzwischen eine Rolle. Persönliche Einkaufsberatung im Rahmen von „Private Shopping“ wird bereits angeboten und soll künftig noch stärker professionalisiert werden. Wie angenehm das sein kann, erlebten beim Rundgang auch Raith und Kroner. Mit Unterstützung von Kundenberaterin Daniela Stey ging es für den einen mit neuem Hemd, für den anderen mit schickem T-Shirt wieder aus der Herrenabteilung hinaus.
Einigkeit herrschte bei den Gesprächsteilnehmern auch beim Thema Qualität und Konsumverhalten. „Bloß keinen gespritzten Apfel essen, aber das T-Shirt für drei Euro tragen“ – dieser Satz blieb hängen.
Denn genau darin liegt wohl die eigentliche Herausforderung für Häuser wie das Kaufhaus Bauer: Sie verkaufen längst nicht mehr nur Kleidung oder Schmuck. Sie verkaufen Beratung, Begegnung und ein Einkaufserlebnis, das sich nicht in einen Warenkorb klicken lässt. Gerade im ländlichen Raum ist das keine Selbstverständlichkeit mehr. Umso wichtiger sind Orte, die geblieben sind und sich trotzdem immer wieder neu erfinden.