Die U18-Wahl ist am Laufen

Landrätin Rita Röhrl (roter Blazer, Bildmitte) nahm sich Zeit. Sie diskutierte mit den Jugendlichen. Schulleiterin Linda Langer (v.li.), Lehrer Kilian Wenzel, KJR-Geschäftsführerin Anna Wagner und der Kommunale Jugendpfleger Dirk Opitz freuen sich, dass die Jugendlichen so aktiv dabei sind. Foto: Langer/Landkreis Regen

Einmalig in Bayern: Nur im Landkreis Regen können Jugendliche aus allen Landkreiskommunen an der U18-Wahl teilnehmen

Landrätin Rita Röhrl (roter Blazer, Bildmitte) zeigt den Jugendlichen, wie groß der Wahlzettel für den Kreistag in diesem Jahr ist. Schulleiterin Linda Langer (v.li.), Lehrer Kilian Wenzl, KJR-Geschäftsführerin Anna Wagner und der Kommunaler Jugendpfleger Dirk Opitz freuen sich, dass die Jugendlichen so aktiv dabei sind. Foto: Langer/Landkreis Regen .

Landrätin Rita Röhrl (roter Blazer, Bildmitte) zeigt den Jugendlichen, wie groß der Wahlzettel für den Kreistag in diesem Jahr ist. Schulleiterin Linda Langer (v.li.), Lehrer Kilian Wenzel, KJR-Geschäftsführerin Anna Wagner und der Kommunaler Jugendpfleger Dirk Opitz freuen sich, dass die Jugendlichen so aktiv dabei sind. Foto: Langer/Landkreis Regen
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Regen. Derzeit läuft die U18-Wahl im Landkreis Regen auf Hochtouren. Noch bis Freitag, 13. März, können Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren virtuell wählen. Der Kreisjugendring Regen und die Kommunale Jugendarbeit im Landkreis Regen wollen den Jugendlichen so die Gelegenheit geben, ihren Willen zu zeigen. Unterstützt wird die Aktion auch von den Schulen im Landkreis Regen. „Alle rühren kräftig die Werbetrommel. Sie helfen uns beispielsweise durch den Aushang von Plakaten und die Weitergabe von Informationen“, sagt der Kommunale Jugendpfleger Dirk Opitz und ergänzt, dass es natürlich schön zu sei, dass einige Schulen noch weitergehen und die Aktion auch im Unterricht begleiten.

Eine Schule, die hier unterstützend aktiv mitwirkt ist das Sonderpädagogische Förderzentrum in Regen. „Wir bauen die Wahlen in den Unterricht mit ein“, sagt Schulleiterin Linda Langer. Dies sei eine gute Gelegenheit fächerübergreifend zu arbeiten. Das Thema Wahlen wird in Geschichte, Politik und Gesellschaft behandelt. „Und im Informatikunterricht können die Schüler, die das auch wollen, ihre Stimmen digital abgeben“, so Langer weiter. Dazu müssen die Teenager allerdings ihre Wahlbenachrichtigung mit zur Schule bringen, denn jeder Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren mit Hauptwohnsitz im Landkreis Regen hat, wie bei einer richtigen Wahl, eine solche Wahlbenachrichtigung bekommen. „Die Stimmabgabe erfolgt nicht, wie bei den Erwachsenen mit Zettel und Stift“, weiß Anna Wagner, die Geschäftsführerin des Kreisjugendrings. Die Jugendlichen können online abstimmen und damit „jeder nur einmal wählen kann, hat jeder eigene Zugangsdaten bekommen.“

Auch Landrätin Rita Röhrl begrüßt die Aktion. „Die Jugendlichen werden hier an die Lokalpolitik herangeführt und können das Wählen testen, dann wissen sie, was bei den nächsten Wahlen auf sie zukommt“, sagt die Landrätin. Sie weiß, dass jeder der Jugendlichen, der dieses Mal bei der U18-Wahl teilnimmt, bei den nächsten Kommunalwahlen richtig wählen darf. Ziel sei es, dass dadurch das Interesse für die Politik geweckt und gestärkt wird, so dass am Ende die Wahlbeteiligung steigt.

Zur Wahl bietet der Kreisjugendring auch Orientierungshilfen an. Die Mitglieder des Jugendrings haben einen Katalog mit jugendpolitischen Forderungen aufgestellt und diese Forderungen wurden im Vorfeld den Listenverantwortlichen der Kreistagswahlen zugeschickt. „Sie hatten die Möglichkeit uns ihre Antworten zu senden und diese Antworten haben wir auf der Homepage veröffentlicht“, berichtet Wagner. Während viele Forderungen, wie etwa die nach einem besseren Breitbandausbau und einem besseren Mobilfunkempfang, bei vielen Parteivertretern auf Zustimmung stoßen, so scheiden sich die Geister bei der Forderung nach einer Wahlalterabsenkung auf 16 Jahre.

„Der Bayerischer Jugendring fordert sogar eine Herabsetzung auf ein Wahlalter von 14 Jahren bei Kommunalwahlen“, erklärt Wagner und insofern sei die Forderung für ein Wahlalter von 16 Jahren durchaus maßvoll. Landrätin Rita Röhrl hingegen hält nichts von einem Wahlrecht von Minderjährigen. „Ich finde es gut, wenn sie bei den U18-Wahlen das Procedere üben“, sagt sie, für echte Wahlen fehle den unter 18-Jährigen aber das Wissen und oft auch das politische Interesse.

Einig sind sich aber alle darüber, dass durch die U18-Wahlen das politische Interesse geweckt werden kann. Nun hoffen die Verantwortlichen, dass möglichst viele der Wahlberechtigen die Gelegenheit auch beim Schopfe packen und ihr Votum abgeben. Veröffentlicht werden die Wahlergebnisse übrigens am Wahltag, am Sonntag, 15. März, um 18 Uhr. „Noch bevor die Ergebnisse der Kommunalwahlen vorliegen, kann man sich darüber informieren, wie die Jugend gewählt hätte“, berichtet Wagner und verweist auf die entsprechende Homepage: https://www.kjr-regen.de/u18wahl

 

#in Bewegung in der Werkstød

Eine besondere Aktion gibt es am Freitag, 6. März, in der Werkstød in Viechtach. Dort findet ab 15 Uhr der Thementag Jugend und Politik #inBewegung statt. Da wir es beispielsweise um 16 Uhr ein Stammtisch-Dating mit den Bürgermeisterkandidaten aus der Stadt Viechtach geben. Ab 17.30 Uhr können sich die Jugendlichen bei der Aktion Kunst #inBewegung über die jugendpolitischen Forderungen informieren. Danach gehört die Bühne den Künstlern. Um 19 Uhr findet ein PoetrySlam statt, und ab 20 Uhr heißt es Musik #inBewegung. Hier wird der Bierbankphilosoph MonacoF rappen und danach sorgen die Jungs von So und so für Stimmung. Eine besondere Unterstützung kommt hier übrigens vom Landkreis Regen. Alle zwischen 14 und 17 Jahren, die im Landkreis Regen wohnen, können kostenlos mit der Bahn anreisen. Wie das funktioniert wird im Internet unter https://www.movevit.de/inbewegung erklärt.

 

 

Meldung vom: 04.03.2020