Nachwuchs
bekommt eine Stimme

Auf dem Bild: Neun junge, engagierte Herzwerker aus sozialen Berufen folgten der Einladung von Natalie Walter, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Arberland (1.v.re.). Foto: Steffel

Junge Herzwerker übernehmen Verantwortung und diskutieren über die Vor- und Nachteile ihrer Arbeit 

Auf dem Bild: Neun junge, engagierte Herzwerker aus sozialen Berufen folgten der Einladung von Natalie Walter, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Arberland (1.v.re.). Foto: Steffel

Auf dem Bild: Neun junge, engagierte Herzwerker aus sozialen Berufen folgten der Einladung von Natalie Walter, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Arberland (1.v.re.). Foto: Steffel

Viechtach. Wenn über soziale Berufe gesprochen wird, dann stehen dabei meist negative Dinge im Vordergrund. Oft wird auch über die Probleme debattiert. Dass man mit einem sozialen Beruf auch Aufstiegschancen und viele Möglichkeiten hat, einen abwechslungsreichen und spannenden Alltag und ein gutes Team haben kann, davon berichtet kaum jemand. Vor allem aber fehlt oft die Stimme des Nachwuchses. Neun junge Herzwerker aus unterschiedlichen Einrichtungen und Berufsfeldern trafen sich nun in Viechtach, um über die Nachwuchsgewinnung, die Freude an der Arbeit und die Zukunftsperspektiven zu sprechen.

Mit den Fragen „Wie würdet ihr auf euren Beruf aufmerksam machen und was war euch wichtig bei der Berufswahl?“ startete das kreative Treffen. Schnell waren sich alle einig, dass Schüler oft ein falsches Bild von sozialen Bereichen haben und abgeschreckt sind. Die Lösung ist ihrer Meinung nach einfach: Es sollten mehr Ferienjobs in Einrichtungen angeboten werden. Zudem könnte man mit authentischen Kurzfilmen über den Alltag in Einrichtungen oder Schnupperstunden berichten, betont Olivia  Pöhn, Medizinische Fachangestellte.  „Es wäre auch schön, wenn wir an Schulen gehen könnten oder wenn Schulklassen uns öfter besuchen und mal wirklich die Chance haben zu sehen, was wir alles den ganzen Tag machen“, wünscht sich die Erzieherin Laura Hamberger.

Diskutiert wurde generell das schlechte Bild der Berufe und welche Umstrukturierungen nötig sind und so erarbeiteten die Herzwerker verschiedene Modelle für Springer, wenn jemand wegen Krankheit ausfällt: „Keiner will im Urlaub angerufen werden, dass er einspringen muss, aber wir sind ein Team und regeln das auch unter einander. Möglich wäre daher auch eine ausgemachte Rufbereitschaft, denn wir tragen gern unsere Verantwortung und sind auch stolz darauf“, stellt Sabine Köck, Sozialbetreuerin, in den Vordergrund.

„Wir haben ein großes Herz, arbeiten gerne mit Menschen und haben zwar immer alle Hände voll zu tun, aber auch alles im Griff“, beschreiben die Altenpflegerinnen Christin Schauer und Lisa Zaglauer ihre Arbeit. „Ich hätte mir nie vorstellen können wie spannend und vielseitig mein jetziger Job ist, aber für mich stand fest, ein langweiliger Beruf im Büro ist mir ein Leben lang zu einseitig. Und wenn ich jetzt den Verdienst meiner Freundinnen und mir vergleiche, dann bin ich wirklich sehr zufrieden mit meinem Geld, auch wenn ich mehr Verantwortung trage“, betont die junge Gesundheits- und Krankenpflegerin Daniela Kirschenbauer.

Den Ergebnissen der Gruppe wird nun mit den Initiatoren aus der Arbeitsgruppe Soziale Berufe nachgegangen. Daraus soll ein Konzept entwickelt werden, dass für mehr Nachwuchskräften in den Einrichtungen sorgen soll. Einige Aktionen dazu konnten schon im Landkreis Regen umgesetzt werden, so veranstaltete die Arbeitsgruppe bereits Treffen mit Lehrern, Direktoren und Berufsberatern. Außerdem begleiten sie das große Projekt Herzwerker des Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales an der Realschule Regen, das am 16. Mai seine Premiere aufführt.

„Der Nachwuchs hat ganz klar seine Stimme erhoben und sie ist positiv, denn es läuft mittlerweile schon vieles in die richtige Richtung. Einrichtungen bieten Mitarbeitern kostenlose Fortbildungen an, veranstalten gemeinsame Aktionen für die Teams oder Abteilungen. Sie bilden junge Menschen aus, bieten Praktika und Ferienjobs mit guten Praxisanleitern an und gehen aktiv auf Schulen zu“, freut sich Natalie Walter, Geschäftsstellenleiterin der Gesundheitsregionplus Arberland und bedankt sich bei den engagierten Herzwerkern und deren Einrichtungen aus denen sie zu dem Treffen gesendet wurden: Die Arberlandkliniken, das Bayerisches Rotes Kreuz, das Berufsbildungszentrum für soziale Berufe in Zwiesel, die Caritas, Dr. Loew und die Lebenshilfe Regen.

 

 

 

Meldung vom: 08.02.2019